Wer kann uns einbremsen? Die Gesellschaft um den dreifachen Meister Ilya Mikhalchik ist mit Philipp Steinmayr um einen weiteren Fahrer angewachsen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Kovacs

Teamchef Werner Daemen kann seine Fahrer für 2023 an einer Hand abzählen: Ilya Mikhalchik, Bálint Kovács, Kamil Krzemien, Max Schmidt und jetzt auch Philipp Steinmayr bilden die Equipe bei BCC-alpha-Van Zon-BMW. Lange sah es nach vier Fahrern im Team aus, das regelmäßig die Meister in der IDM-Königsklasse stellt, aus. Mit Steinmayr hat Daemen die Zahl noch einmal erhöht. Es ist eine international bunt gemischte Truppe. Der Ex-Rennfahrer selbst ist Belgier, die momentanen Aktiven stammen aus der Ukraine, Ungarn, Polen, Deutschland und Österreich.

Ilya Mikhalchik: 26 Jahre, aus Kiew in der Ukraine. Vor einem Jahr wechselte er als dreifacher IDM-Champion in die Spanische Superbike-Meisterschaft, doch glücklich wurde Ilya Mikhalchik unter der südlichen Sonne nicht. Der 26-jährige Ukrainer aus Kiew kehrt in sein altes BMW-Team und die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft zurück. Er hofft jetzt auf den vierten – und Teamboss Daemen, der zugleich sein Manager ist, auch. Mikhalchik ist unter der Leitung von Daemen auch in der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft für den deutschen Hersteller BMW vertreten.

Bálint Kovács: 21 Jahre, aus Agárd in Ungarn. Als Teenager fuhr er schon den Erwachsenen um die Ohren. Karrierestationen sind der ADAC Junior Cup, der Sieg im Suzuki-Cup und auch die Vertretung des verletzten Bastien Mackels vor zwei Jahren beim Hockenheimring-Finale in der IDM Superbike. Zwei Stürze, aber auch die drittschnellste Trainingszeit ließen aufhorchen. Tipps kommen von Landsmann und Ex-IDM-Fahrer Gabor Rizmayer, der sein Mentor ist. Kovács hat schon viel mitgemacht: Spanische Superbike-Meisterschaft, Alpe Adria Cup und auch Endurance-WM.

Kamil Krzemien: 23 Jahre, aus Dabie in Polen. Er hat für ein Jahr im Team von Werner Daemen verlängert. Im vergangenen Jahr zuerst in der Defensive, startete der Pole in der zweiten Saisonhälfte durch und wurde am Ende sogar noch Gesamt-Fünfter. Seinen ersten Podestplatz beim Hockenheim-Finale empfand er als Meilenstein. Ursprünglich war Krzemien mit seinen Landsmännern von LRP Poland in die IDM Superbike gekommen, aber außer ihm konnte sich keiner durchsetzen. Für 2023 hofft er in die Top 3 fahren zu können.

Max Schmidt: 19 Jahre, aus Wuppertal in Deutschland. Jüngster Fahrer in der Königsklasse. Nach zwei Jahren im Hertrampf-Team auf Yamaha wechselt er zu BCC-alpha-Van Zon-BMW. Schmidt hatte sich schon oft gefragt, wie es wohl mit einer BMW um die Kurse gehen würde und BMW meldete sogar noch Interesse an ihm an. Schmidt ist zwei Jahre im Pro Superstock Cup gefahren und wurde dort Vizemeister, bevor er zu den Superbikes aufstieg. Schmidt hat das komplette Rennsport-Aufbauprogramm hinter sich: Minibike, ADAC Junior Cup, IDM Supersport 300.

Philipp Steinmayr: 29 Jahre, aus Wolfern in Österreich. Lange mit Yamaha verbandelt, es waren exakt vier Jahre, wechselt er nun ins BMW-Lager. Für ihn ist das Neuland, aber damit steht er im Team nicht alleine da. Steinmayr hat jedoch schon eine ältere S 1000 RR ausprobiert und war schnell von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt. Um im Flow zu bleiben fährt er mit den Franzosen vom Team 18 Sapeurs Pompiers auch noch um Superstock-Titel in der Langstrecken-WM mit.