Mehr Hubraum, mehr PS: Bastian Ubl wechselt das Lager und fährt jetzt im eigenen HSR Racing Team by MCA in der Pro Superstock 1000. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Drei Jahre war Bastian Ubl aus der IDM nicht wegzudenken, eins davon im Superstock 600-Cup, die anderen beiden in der Supersport-Klasse. Nun wechselt er in die Pro Superstock 1000-Serie, die im IDM-Rahmenprogramm ausgetragen wird. Sie ist ein Unterbau der Königsklasse IDM Superbike.

Bastian Ubl hat die Reset-Taste gedrückt. Alles genullt. Hinter ihm liegt eine lehrreiche wie auch schmerzhafte Saison. Er hat Fortschritte auf der Rennstrecke gemacht, war aber auch noch nie so schwer verletzt. „Das war mein schlimmstes Jahr mit dem Außen- und Innenbandriss am Bein, dem Kapsel- und Muskelriss im linken Ellbogen und dem zertrümmerten Handwurzelknochen“, zählt der treue Yamaha-Fahrer seine Blessuren auf, mit denen er lange zu kämpfen hatte. „Davor hatte ich noch nicht einmal einen Schlüsselbeinbruch gehabt“, gibt der letztjährige Gesamt-25. aus der Supersportklasse preis. Die fünf Schrauben in der linken Hand und drei weitere im Ellbogen werden ihn nun lebenslang an den verhängnisvollen Sturz in Most erinnern. Sie werden nicht entfernt, sondern verwachsen mit den Knochen. Bis ins Innerste erschüttert wurde Ubl zum Saisonende noch durch den tödlichen Superbike-Unfall seines Teamkollegen Leon Langstädtler.

Nun wird das System rund um den 21-Jährigen aus Ingelheim am Rhein neu gestartet. Auf BMW geht es in die Pro Superstock 1000-Serie, den Nachfolger des bisherigen Cups. Mit eigenem Team, aber wie gehabt auch wieder unter der Flagge des Motorrad Center Altendiez (MCA). Die Kooperation geht weiter, auch wenn sich Ubl die Box zukünftig mit dem Cup-Kollegen Leon Franz teilen wird. „Bei MCA kann ich mit der BMW nicht mehr stehen, weil wegen des CBR 600 RR-Einsatzes von Julius Caesar Rörig alles komplett auf Honda ausgerichtet ist.“ Am 29. Januar 2023 beginnen für Ubl die ersten Testfahrten in Cartagena. Eine Woche ist er unterwegs.