Ein Noderer kommt selten allein: die ganze Familie ist am Fischen und steht hinter dem Rennsport-Karriere von Gabriel. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Noderer privat, Dino Eisele

Supersport-Aufsteiger Gabriel Noderer wollte Superbike fahren und er hat es auch getan. Das erste Lehrjahr liegt nun hinter dem 25-jährigen Bayern aus Eysölden. Bevor es in die heiße Phase für die bevorstehende Saison geht, frönt der BMW-Fahrer vom Kiefer Racing Team seiner Leidenschaft für Karpfen.

Richtig gelesen. Karpfen und Graskarpfen. Bis zu 5 Kilogramm schwer und 1,20 Meter lang. „Wir haben daheim in Eysölden zwei Karpfenweiher“, erzählt Noderer voller Begeisterung und sagt weiter: „Wir fischen im Frühjahr und im Herbst ab. Ein Weiher bleibt im Winter leer und der Boden wird gekalkt.“ Dadurch gewinne der Boden wieder an Nährstoffen. Die ganze Familie zieht mit. Der Opa mäht im Sommer die Wiese und hat seinen Erfahrungsschatz an Noderer junior weitergegeben, der in seinem tierischen Hobby voll aufgeht. Die ausgewachsenen Karpfen werden mit gutem Gewissen auf den Tellern einheimischer Restaurants verzehrt.

Nummer 1 im Leben des Gabriel Noderer ist aber nach wie vor der Rennsport. Sein bestes Ergebnis in der vergangenen Saison waren die beiden Top Ten-Plätze beim IDM Superbike-Finale in Hockenheim. „Zur Saisonmitte gab es überhaupt keine Punkte“, bedauert der BMW S 1000 RR-Fahrer, „ich hatte Corona, zwei Ausfälle in Schleiz und auf dem Red Bull Ring, technisch bedingt und durch Stürze.“ Jochen Kiefer sei dennoch entspannt geblieben, schätzt Noderer an seinem Teamchef. Dieser habe ihm gesagt, ganz gleich ob er im Rennen Achter oder 16. wird, ein Lehrjahr benötige er in der Königsklasse auf jeden Fall. Allerdings müsse ein Aufwärtstrend zu sehen sein. Diesen hat Noderer deutlich gezeigt. Deshalb steht er mit Jochen Kiefer in Kontakt für eine Fortsetzung des Teamworks. In vier Wochen wird Noderer Bescheid wissen.