In der IDM Supersport 300 entscheiden oft Tausendstelsekunden über Sieg und Niederlage. Marvin Siebdrath ist nicht nur Meister, sondern er kam auch in allen Rennen ins Ziel. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Es ist schon einen Monat her, dass Marvin Siebdrath den Titel in der IDM Supersport 300 holte. Heute wird gefeiert und weiter an der Zukunft gearbeitet.

Zuerst war Siebdrath nur sprachlos. Mit sieben Punkten Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Leo Rammerstorfer war er zum Hockenheim-Finale gekommen. Mit vier Punkten Vorsprung vor dem Österreicher und als neuer Meister reiste er wieder heim nach Wildenfels, der kleinsten Stadt im Landkreis Zwickau. Die Titelentscheidung war im letzten Rennen der Saison gefallen. „Mittlerweile habe ich realisiert, dass ich gewonnen habe“, sagt der 19-Jährige, „aber es ist schon verrückt: das ganze Jahr über haben wir uns gebattelt und am Ende hat dieses eine Rennen für den Titel gereicht.“

Siebdraths Karriere im Team Füsport-RT-Motorsports by SKM-Kawasaki hat damit ein Ende. „Ein Aufstieg in die 300er-Weltmeisterschaft fällt für mich aus finanziellen Gründen aus. Die IDM Supersport ist eine Option, aber dort ist mein bisheriges Team nicht vertreten. Es gibt ein paar andere Möglichkeiten, die sich anbieten. Der Preis entscheidet.“

Heute Abend steigt eine Party mit 50 Personen im Sportlerhaus von Wildenfels. Die Fangruppe kommt, dazu Freunde und Sponsoren. „Das wird unser Saisonabschluss. Wir haben erst noch auf meinen jüngeren Bruder Mika gewartet, der in der Spanischen Promo3-Klasse fährt. Sein Finale war erst vor einer Woche.“