Wenn die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) nach Hockenheim kommt, naht der Saisonabschluss. Es ist zur Tradition geworden, dass das Finale von Deutschlands höchster Motorradrennsportserie im badischen Motodrom ausgetragen wird. Vom 23. bis 25. September 2022 wird die Luft über dem Asphalt wieder brennen. Die Spannung in vier IDM-Klassen und drei Cups im Rahmenprogramm ist auf dem Siedepunkt. 

Auch wenn der Meister schon fest steht: In der IDM Superbike ist das letzte Wort nicht gesprochen. Es geht immer noch darum, dass Florian Alt den nunmehr vierfachen Titelträger Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) in diesem Jahr noch ein Mal schlagen kann. Das Motodrom in Hockenheim ist seine letzte Gelegenheit dazu. Alles muss passen. Hatte „Reiti“ seinen Gegner zuletzt auf dem Red Bull Ring gerade noch in Schach halten können, setzt Alt nun alles auf eine Karte, um den Spieß in „Hoggene“ umzudrehen. Der 26-jährige Fahrer und Meisterschafts-Vize vom Team Wilbers-BMW-Racing ist der Einzige, der es an der Spitze mit dem 28-jährigen Reiterberger aufnehmen kann. Alt hat sich beim 100. Bol d’Or Langstrecken-Jubiläum am vergangenen Wochenende mit einem Sieg der legendären 24-Stunden von Le Castellet eine extra Portion Motivation geholt. Der Countdown vor dem letzten Einsatz läuft.

Im Windschatten kämpfen mit Rob Hartog (Team SWPN) und Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) zwei Niederländer um den dritten Platz in der Meisterschaft. Beide trennen nur fünf Punkte. Hartog ist auf seiner Yamaha der einzige Fahrer, der eine komplette BMW-Übermacht an der Spitze verhindern kann. Wie Reiterberger und Bijsterbosch auf BMW gehört er zu den drei Konkurrenten, die bisher in allen Saisonrennen ins Ziel gekommen sind und Punkte geholt haben. Doch die Entscheidung wird nicht ohne die Beteiligung von Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos Racing), Luca Grünwald (Holzhauer Racing Promotion), Kamil Krzemien (BCC-alpha-Van Zon-BMW) oder auch Philipp Steinmayr (Eder Racing) fallen. Sie könnten zum Zünglein an der Waage werden.

Eine ganz heiße Sache ist der Titelkampf in der IDM Supersport 300. Die Nachwuchsklasse ist ein fliegendes Klassenzimmer, in dem es beim Erreichen der Ziellinie regelmäßig um Tausendstelsekunden geht. Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM-Paligo Racing) oder Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki)? Der Kampf um die IDM-Krone ist noch völlig offen und die Anwärter trennen lediglich sieben Meisterschaftspunkte. Während Siebdrath auf der Kawasaki Ninja 400 alleine klarkommen muss, hat Rammerstorfer auf der KTM RC 390 R Unterstützung von seinen Teamkollegen Walid Khan und Scott Deroue, die auf den Positionen vier und fünf in der Tabelle stehen und eine wichtige Rolle spielen.

In der IDM Supersport hat sich Max Enderlein (M32 Racing) vorzeitig seinen dritten Meister-Titel geholt. Zurücklehnen wird er sich in Hockenheim dennoch nicht. Frisch aus dem Urlaub wiedergekommen, wird er sich nicht zurückhalten, wenn es zwischen Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing), Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) und Melvin van der Voort (Team SWPN) zum Showdown kommt und es um den zweiten und dritten Tabellenrang zur Sache geht. Belgien gegen Österreich und die Niederlande. Bei dieser Kombination ist nichts vorhersehbar. De Vleeschauwer schwächelte zuletzt auf dem Red Bull Ring leicht und fuhr erstmals ohne Podiumsplatz nach Hause, aber er hat mit den meisten Punkten auf dem Konto die besten Aussichten auf den Vizetitel. Koflers Saisonbilanz verläuft in leichten Wellen. Van der Voort wiederum ist in der zweiten Saisonhälfte immer besser geworden und hat viele Punkte aufgeholt. Spannend ist auch die Frage, welche Rolle Jan-Ole Jähnig oder Twan Smits (Team Apreco) in Hockenheim spielen. Jähnig (M32 Racing) ist heiß darauf, zum Saisonende aufs Siegerpodest zu fahren, nachdem er das letzte Rennen in Österreich nicht beendet hat.

In der IDM Sidecar spielt sich der Titelkampf zwischen dem achtfachen Weltmeister Tim Reeves und seinem Beifahrer Kevin Rousseau (Bonovo Action/Team Reeves Racing) und Josef Sattler mit Luca Schmidt (Bonovo Action) im Boot ab. Reeves hat bisher drei Saisonsiege aufzubieten. Sattler jagt seinem ersten Triumph noch hinterher, liegt aber trotzdem nur neun Punkte hinter dem Führenden. Eine endgültige Entscheidung wird es in Hockenheim nicht geben. Der Meister wird erst eine Woche später beim großen Sidecar-Festival in Oschersleben gekürt. 

Für das kommende Wochenende in Hockenheim ist ein voller Zeitplan und jede Menge Action geplant. Im Rahmenprogramm geht es im Twin Cup, dem Pro Superstock Cup und dem Yamaha R3 bLU cRU Cup um den Titel. Beim IDM-Pitwalk kommen die Zuschauer den Fahrern so nah wie sonst nirgendwo. Eine echte Augenweide sind auch die beiden Weltmeister-Motorräder aus der MotoGP (die Yamaha M1 von Fabio Quartararo) und WorldSBK (die Yamaha R1 von Toprak Razgatlıoğlu), die im IDM-Paddock ausgestellt sein werden. IDM-Poolpartner Gilles stellt die Original-Motorräder in Hockenheim zur Schau. Technik-Fans erwarten mit der YZR-M1 und der WSBK Yamaha R1 echte Leckerbissen. 

Traditionell ist das Hockenheim-Finale der IDM eine Race-Party, die im Gedächtnis bleibt. Dabei sein ist alles. Freitags freier Eintritt, Samstag 19,00 Euro, Sonntag 25,00 Euro, Wochenendticket 35,00 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren ist der Besuch der Rennveranstaltung kostenfrei.  Den Livestream der Rennen können unsere Zuschauer auch wieder von zu Hause aus unter www.idm.de/live genießen.

Die Highlights vom IDM-Finale 2021: