Der Meister und der Vize sind wieder unter sich. Leandro Mercado geht zurück in die Superbike-Weltmeisterschaft und "Turbo" auch. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Das ging flott. Auf Grund des Reverse Grids musste Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) als Sieger des ersten Laufes im Nachmittagsrennen vom neunten Startplatz losfahren. Schon nach einer halben Runde war der Bayer durchs Feld vor ihm gerauscht und führte die gesammelte Meute an. Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) scheiterte erneut an seinem Vorhaben, den vierfachen IDM Superbike-Champion ein zweites Mal in dieser Saison zu besiegen.

Reiti war diesmal wie die Gegner mit dem SCX-Reifen von Pirelli für hohe Temperaturen und feinkörnigen Asphalt ausgerückt. Im ersten Lauf war der SC1 am Arbeiten gewesen, doch damit war der Bayer nicht glücklich geworden. Er meinte, mit dem SCX wäre es am Ende nicht so knapp ausgegangen, was sich nach 14 Runden nicht bestätigte.

Alt brauchte im zweiten Lauf länger als im ersten, um Leandro „Tati“ Mercado (Holzhauer Racing Promotion) zu bezwingen und sich hinter Reiti zu positionieren. Der 26-Jährige hat an seinen Starts gefeilt, die auch besser geworden sind, aber er hatte Fremdkontakt mit Nico Thöni. „Ich weiß gar nicht, wo er auf einmal herkam“, war Alt völlig verdutzt.

Stück für Stück kämpfte er sich bis zum Ende an Reiterberger heran. Eine Runde mehr, dann hätte er sein Ziel, den vierfachen Meister in diesem Jahr noch einmal zu besiegen, vermutlich geschafft. So trennten ihn 0,699 Sekunden vom Doppelsieger auf dem Red Bull Ring.

„Manchmal ist das so“, zuckte Alt mit den Schultern. „Ich finde allerdings den Reverse Grid nicht gut. Er führt zu einem unspannenden Rennen, in dem alles auseinander gezogen ist. Mit Markus konnte ich aber gut an der Spitze kämpfen. Er hat es mir nicht einfach gemacht.“ Ein wichtiges Detail vergisst Alt nicht zu betonen: „Es war wieder deutlich zu sehen, dass wir das einzige Team sind, das wirklich in der Lage ist, das offizielle BMW-Team zu schlagen.“ Beim großen Finale in Hockenheim in drei Wochen wird der nächste Versuch gestartet.

Mercado kam exakt 15,130 Sekunden hinter Alt ins Ziel. Teamchef Jens Holzhauer schwebte auf Wolke Sieben. Zwei Podiumsplätze an einem Wochenende, das war nach vielen Entbehrungen fast zu viel für den Honda-Händler aus Wittenberge. Holzhauer und Mercado passen zusammen wie der Deckel auf den Topf. Der Argentinier hat viel Entwicklungsarbeit für das deutsche Team geleistet und sich sehr wohlgefühlt in der IDM, ließ er mehrfach verlauten. Mercado verabschiedete sich auf dem Red Bull Ring jedoch aus der Königsklasse. Wenn das große Hockenheim-Finale steigt, wird er in Barcelona wieder in der Superbike-Weltmeisterschaft am Start stehen. „Danke für Alles“, sagte er bei der Siegerehrung in Österreich laut übers Mikrofon an alle, die er während seines IDM-Einsatzes kennengelernt hat.

In Hockenheim ist Luca Grünwald allein der Hahn im Korb im HRP-Team. Der Waldkraiburger wurde diesmal Achter. Für Kawasaki endete das Wochenende so, wie es zum Saisonanfang auf dem Lausitzring verheißungsvoll begonnen hatte: Platz vier für den wieder erstarkten Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos Racing), ohne dessen verletzungsbedingte Pause mehr als der momentane neunte Gesamtrang möglich gewesen wäre. Immer spannender wird der Kampf um den dritten Platz in der Tabelle: Rob Hartogs (Team SWPN) Vorsprung auf seinen Landsmann Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) ist auf dem Red Bull Ring um einen Zähler geschrumpft und beträgt nur noch fünf Punkte. Hartog würde für einen Yamaha-Platz in den Top 3 sorgen.

IDM Superbike, 2. Rennen:

1. Markus REITERBERGER (DEU) BMW
2. Florian ALT (DEU) BMW
3. Leandro MERCADO (ARG) Honda
4. Bastien MACKELS (BEL) Kawasaki
5. Rob HARTOG (NLD) Yamaha
6. Kamil KRZEMIEN (POL) BMW
7. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD) BMW
8. Luca GRÜNWALD (DEU) Honda
9. Philipp STEINMAYR (AUT) Yamaha
10. Nico THÖNI (AUT) Kawasaki