Auch wenn Reiti schon vorzeitig Meister ist, die Luft in der Königsklasse ist noch lange nicht raus. Dafür sorgen Florian Alt & Co. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Nach dem übel begonnenen Wochenende scheint Florian Alt in der IDM Superbike nun auf der Ideallinie angekommen zu sein. Mit der schnellsten Rundenzeit im Qualifying der 26-jährige Fahrer vom Wilbers-BMW-Racing Team besiegte er nicht nur Markus Reiterberger, sondern mit 1:32,505 Minuten legte er einen Sprint hin, den man sich merken sollte. Alt unterlag nur knapp vier Sekunden der von Enea Bastianini in der MotoGP auf Ducati gefahren Trainingsbestzeit im August dieses Jahres. „Was hier abgeht, ist der Hammer“, hieß es nicht nur im IDM-Fahrerlager.

Alt hatte die Bestzeit schon heute am Morgen erreicht, im zweiten Qualifying am frühen Nachmittag verbesserte sich kaum jemand. „Wir haben unsere Chance gleich genutzt“, sagt Technik-Chef Burkhard Stember und erklärt: „Morgens war die Asphalttemperatur noch wesentlich niedriger. Bis zum zweiten Qualifying ist sie um 20 Grad gestiegen. Außerdem war der Sauerstoffgehalt in der Luft morgens höher, deshalb konnte auch ein höherer Top-Speed erreicht werden.“

Alt geht morgen also von der Pole Position ins Rennen. Den zweiten Platz hat sich Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) reserviert. Dem 28-jährigen Bayern ist das völlig egal. Der vierte Titel ist in der Tasche. Dass Alt auf dem Red Bull Ring extrem stark ist, weiß er aber auch.

Vom dritten Platz startet Leandro Mercado (Holzhauer Racing Promotion) auf der Honda CBR 1000 R-RR. Der Argentinier hat die sonstige BMW-Armada an der Spitze längst ausgehebelt. Doch das reicht ihm nicht. Der WM-Superbiker war zwar glücklich, „aber nur zu 90 Prozent. Es ärgert mich, dass ich den Abstand zu Markus Reiterberger nicht verkürzen konnte. An einer Stelle auf dem Kurs läuft es noch nicht so rund.“

Mit Rob Hartog (Team SWPN) sitzt ihm ein Niederländer auf Yamaha im Nacken, für den es in der Meisterschaft um den dritten Platz geht. Den muss er vor seinem Landsmann Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) verteidigen, der pikanterweise genau neben ihm in der Startaufstellung sein wird. Es steht schon fest: Auch wenn Reiti schon vorzeitig Meister ist, die Luft in der Königsklasse ist noch lange nicht raus.

Luca Grünwald kehrt nach seiner Verletzungspause scheibchenweise in die IDM Superbike und ins HRP-Team zurück. „Die letzten vier Monate zehren an mir“, bleibt er trotz der sechsten Position – das bedeutet einen Platz in der zweiten Startreihe – realistisch. „Ich sehe aber, dass Potential nach oben vorhanden ist. Bis morgen können wir uns in Sachen Strategie und Motorbremse auf jeden Fall noch verbessern.“

Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos Racing Team) sorgte dafür, dass auch die vierte Motorradmarke in den Top Ten der Startaufstellung vertreten ist. Der Belgier konnte sich im zweiten Qualifying sogar verbessern und stellte die Kawasaki ZX-10RR auf dem achten Platz ab. „Er hat gute Abschnittszeiten, bis auf den ersten“, wertete Teamchef Emil Weber das Ergebnis aus.

Das erste Rennen findet am morgigen Sonntag um 10:30 Uhr statt, das zweite um 15:00 Uhr.
Alle Fans, die nicht vor Ort sind, können sich unter www.idm.de/live einloggen und die Rennen per Livestream verfolgen.

Qualifying IDM Superbike:

1. Florian ALT (DEU), BMW
2. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
3. Leandro MERCADO (ARG), Honda
4. Rob HARTOG (NLD), Yamaha
5. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW
6. Luca GRÜNWALD (DEU), Honda
7. Philipp STEINMAYR (AUT/Yamaha)
8. Bastien MACKELS (BEL), Kawasaki
9. Côme GEENEN (BEL), BMW
10. Gabriel NODERER (DEU), BMW