Die drei Musketiere: Loris Baz, Markus Reiterberger und Florian Alt kämpfen in der IDM Superbike auf Augenhöhe. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Puffe privat

Eine Wahnsinns-Show von Markus Reiterberger, Loris Baz und Florian Alt im ersten Lauf der IDM Superbike führte direkt aufs Podium auf dem TT Circuit in Assen. Die Niederländer mussten sich auf ihrer Heimstrecke geschlagen geben.

Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) feierte nach 15 Runden seinen den achten Sieg im neunten Saisonrennen, obwohl er am Ende Chattering-Probleme bekam. „Wir müssen sehen, dass wir bis zum zweiten Lauf etwas ändern können“, meinte der Titelfavorit. „Am Ende war es knapp. Das geht bestimmt besser.“

Loris Baz (Bonovo Action), der ihm besonders auf den letzten Metern gefährlich wurde, hatte seine Problemchen im ersten Sektor gehabt, war dafür aber der König im letzten Abschnitt. Der Franzose vom Bonovo-Action-Team wollte sich nicht in den Titelkampf einmischen, aber sich bei der Entscheidung um die Podiumsplätze auch nicht heraushalten. Der Gastfahrer aus der Superbike-WM ließ daran keinen Zweifel aufkommen. In der letzten Kurve und gleichzeitig der letzten Gelegenheit an Reiti vorbeizukommen, war der Weg versperrt. Mit nur 46 Tausendstelsekunden Rückstand zog Baz auf der nach Stocksport-Regeln aufgebauten BMW den Kürzeren.

Was sich dahinter abspielte, setzte dem Rennen die Krönung auf. Florian Alt raste von ganz hinten vom 19. Startplatz auf die dritte Podiumsstufe! Weil er den vierten Motor in der laufenden Saison einsetzte, musste der Fahrer vom Wilbers-BMW-Team von ganz hinten starten. Mit dem Ziel: Podium. Die Aufholjagd beinhaltete viel Risikopotential, doch der 26-Jährige rotierte wie eine Maschine. Schnell, blitzsauber, effizient. Nach einer halben Runde war Alt schon in der Mitte des Feldes angekommen. Das Podium war immer im Visier. Nicht umsonst hatte die Wilbers-Mannschaft im zweiten Qualifying so viele Runden wie sonst niemand in der Superbike-Klasse absolviert. Dass es am Ende wirklich dazu reichte, war ein Kraftakt. „Assen war immer unsere Achillessehne, wir haben enorm daran gearbeitet“, meinte Alt, „und jetzt haben wir auch den neuen Motor im Einsatz. In den letzten war ich gegen Markus Reiterberger chancenlos.“

Der Niederländer Rob Hartog (Team SWPN, Yamaha), der aus der ersten Startreihe stand, konnte zuerst mithalten, legte sich dann aber mit seinem Landsmann Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) an und wurde Vierter. Nur elf Fahrer kamen ins Ziel.

Daniel Rubin (Rubin Racing), Ricardo Brink (RR Socia Racing), Come Geenen (Vigenon Racing Team) und Leon Langstädtler (F73 Academy/Werk2 Racing Team by MCA) stürzten schon in der Anfangsphase des Rennens. Am Schluss fehlten auch noch Kamil Krzemien (BCC-alpha-Van Zom-BMW), Jeroen Hilster RR Socia Racing), Paul Fröde (Holzhauer Racing Promotion) und Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos Racing).
Update aus dem Krankenhaus zum gestürzten Julian Puffe (GERT56) am Freitag. „Leider habe ich mir einen etwas komplizierteren Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen, der operiert und gerichtet wurde. Es wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alles wieder in Gang kommt.“

IDM Superbike, 1. Lauf:

1. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
2. Loris BAZ (FRA), BMW
3. Florian ALT (DEU), BMW
4. Rob HARTOG (NLD), Yamaha
5. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW
6. Leandro MERCADO (ARG), Honda
7. Max SCHMIDT (DEU), Yamaha
8. Sandro WAGNER (DEU), Yamaha
9. Philipp STEINMAYR (AUT)
10.Jonathan NESSJOEN (NOR), Yamaha
11.Björn STUPPI (DEU), BMW