In Holland sind die einheimischen Fahrer eine Macht. Glenn van Straalen fühlt sich auf dem TT Circuit pudelwohl. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Die Niederländer können ihre Heimstrecke so gut wie im Schlaf fahren. Dass WM-Supersportler Glenn van Straalen (EAB Racing Team) als Gastfahrer in der IDM Supersport glänzen wird, war schlicht vorhersehbar. Er sicherte sich im Qualifying die Pole Position für die beiden Supersport-Rennen am morgigen Sonntag. Der 21-Jährige wird aber keine Meisterschaftspunkte erhalten, wenn er ins Ziel kommt. Als Gast fährt er außerhalb der Wertung.

Landsmann Melvin van der Voort (Team SWPN) hatte sich vor einer Woche schon beim Jack´s Racing Day auf dem TT Circuit für die IDM warmgefahren, dabei seine persönliche Rundenbestzeit um acht Zehntelsekunden verbessert und auch beide Rennen bei der kombinierten Auto- und Motorradveranstaltung gewonnen. Gleich im ersten IDM-Qualifying schraubte er seine Bestzeit vom vergangenen Wochenende jetzt noch auf 1:41,309 min herunter. Das reichte locker für den zweiten Platz in der Startaufstellung.

Den dritten Platz neben den beiden Yamaha-Fahrern hat Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) erobert. Er hat weit und breit die schnellste ZX-6R zu bieten. Seit gestern ist der Österreicher 18 Jahre alt. Seine bisherige Saisonbilanz kann sich sehen lassen, doch dem Meisterschafts-Dritten fehlt es noch an Konstanz. Das Schleizer Dreieck ist zum Beispiel nicht sein Favorit. „Dort wollte ich nicht unbedingt hin und bin auch nicht am Limit gefahren.“ Auch nach Assen kam der Kawasaki-Fahrer aus Attnang-Puchheim mit gemischten Gefühlen, „denn mir war nicht klar, wie ich bei den Niederländern durchstarten muss. Im zweiten Qualifying haben wir noch einen neuen Reifen genutzt, dann hat es mit dem dritten Platz geklappt“, lernte er schnell.
Assen-Liebhaber Jan-Ole Jähnig platzierte sich diesmal vor seinem M32 Racing-Teamkollegen Max Enderlein auf dem vierten Platz.

Mit Victor Steeman, Sander Kroeze, Vincent Falcone, Eddie de Boer, Jerry van de Bunt, Louis van Wijhe, Finn de Bruin, Leon Stolte, Marek Pejchl und Peter Feigl sind neben Glenn van der Straalen genau zehn weitere Gastfahrer am Start in der IDM Supersport.
Einer sticht heraus: Jerry van de Bunt (Foto) auf der MV Agusta F3 80. Seit diesem Jahr sind die hubraumstärkeren Motorräder unter bestimmten Voraussetzungen in der IDM zugelassen.

Der Meisterschafts-Zweite Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing) kam heute nicht über den neunten Platz hinaus. Chris Beinlich (Roto-Store BRT Vitori) ist sogar nur 14. Mit dem TT Circuit ist die ganze Familie Beinlich aber noch nie warm geworden. „Die Holländer spulen dort immer ihre Runden ab und kennen jedes Steinchen. Wir kommen ein Mal im Jahr hierher und es muss funktionieren“, so Teamchef Knut Beinlich. Der TT Circuit hat den Beinlichs noch nie Glück gebracht, auch mit den überhöhten Kurven konnte sie sich bis auf Beinlich senior nie richtig anfreunden. „Ich bin aber auch kein guter Quali-Fahrer“, gibt Chris Beinlich zu. „Wenn ich fit bin und alles gut läuft, könnte ich mit Abzug der Gastfahrer aber um den fünften Platz herum ins Ziel kommen“, bleibt der 26-Jährige aus Pößneck optimistisch.

IDM Supersport, Qualifying

1. (G) Glenn VAN STRAALEN (NLD), Yamaha
2. Melvin VAN DER VOORT (NLD, Yamaha
3. Andreas KOFLER (AUT), Kawasaki
4. Jan-Ole JÄHNIG (DEU), Yamaha
5. Max ENDERLEIN DEU), Yamaha
6. (G) Victor STEEMAN (NLD), Yamaha
7. (G) Sander KROEZE (NLD), Yamaha
8. Yves STADELMANN (CHE), Yamaha
9. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL), Kawasaki
10.Twan SMITS (NLD), Yamaha