Das war ein Fest für die Fans auf den rappelvollen Tribünen. In Schleiz wird jeder Fahrer gefeiert wie ein Sieger. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Björn Gramm

Markus Reiterberger bleibt der große Meister auf dem Schleizer Dreieck. Er siegte im siebten IDM Superbike-Rennen des Jahres zum sechsten Mal in der Saison und schlug auch wieder den zunächst vor ihm fahrenden Florian Alt. Aber man weiß nie. Vielleicht schlägt der BMW-Kollege im zweiten Rennen am Nachmittag zurück.

Reiti kann sich eigentlich nur noch selbst schlagen. Es geht hier gar nicht mehr um seine üppigen Meisterschaftspunkte, sondern eher um die Tatsache, dass ihn wohl nichts und niemand mehr auf dem Weg zum vierten Titel einbremsen kann.
Eigentlich hatte der Polesetter von BCC-alpha-Van Zon-BMW auf seiner Lieblingsstrecke auf und davon fahren wollen, aber Florian Alt (Wilbers-BMW Racing) bremste das Vorhaben ein paar Runden lang ein und übernahm die Führung. Wobei sich jeder Zuschauer fragte: Was machen die Beiden da auf der Strecke? Schon in der ersten von 18 Runden ging es zu als ob das Ziel gleich in der Nähe ist. Sie nutzten jeden Millimeter der Strecke aus und am Rand staubte es wie verrückt. Dort, wo sonst lackierte Kerbs sind, liegen auf dem Schleizer Dreieck Rasengitter, die derzeit pupstrocken sind. Natur pur eben.

Die von ihm selbst erhoffte Soloflucht hatte sich für Reiti also erledigt. Bis zur siebten Runde dauerte es, ehe er an Alt vorbeizog, der schon im Vorfeld gewusst hatte, dass das Team um Reiti noch etwas am Motorrad gefunden hat, was ihn noch schneller macht. Vor allem aus den Ecken heraus hätte der Bayer einen Wahnsinns-Grip, ließ Alt durchblicken. Alt weiß aber schon lange, dass er nach dem völlig schief gelaufenen Saisonstart in punkto Meisterschaftswertung aus eigener Kraft sowieso nichts mehr gegen den Titelgewinn von Reiterberger machen kann. Für den Wilbers-BMW-Fahrer zählen jetzt die Einzelergebnisse. Als Reiterberger die Führung übernommen hatte, gab es für diesen kein Halten mehr: Sechster Sieg im siebten Rennen und ein zweiter Platz für Florian Alt. Danach kam 14 Sekunden nichts.

Um den dritten Platz kämpften bis zum Schluss Toni Finsterbusch (GERT56) und Jan Mohr (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Das war ein Fest für die Augen. Dann die große Verblüffung: Statt wie vermutet einer der Beiden tauchte der Local Hero Julian Puffe (GERT56) als Dritter aus der letzten Schikane auf. Wahnsinn. Aber es musste etwas passiert sein. Und wirklich: Finsterbusch und Mohr waren aneinander geraten und ausgerechnet an einer der schnellsten Stellen der Rennstrecke gestürzt.
Beide Fahrer werden derzeit medizinisch versorgt. Toni Finsterbusch wurde mit dem Krankenwagen ins Hospital von Schleiz gebracht. Er ist ansprechbar und redet auch selbst. Er wird sich einem Komplett-Check unterziehen. Mohr wurde mit dem Hubschrauber nach Zwickau geflogen und ist ebenfalls bei vollem Bewusstsein. Bei ihm wird die Wirbelsäule untersucht.

Rob Hartog wurde durch den Crash auf den vierten Platz nach vorn gespült und holte damit 13 Meisterschaftspunkte für das Team SWPN auf Yamaha. Kawasaki-Fahrer Bastien Mackels (Kawasaki Weber-Motos Racing Team) kam nach seinem Comeback als Achter ins Ziel. Honda-Zugpferd Leandro Mercado fiel aus, dafür punktete Nachwuchsmann Paul Fröde (beide Holzhauer Racing Promotion).

Ergebnis, IDM Superbike, 1. Lauf

1. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
2. Florian ALT (DEU), BMW
3. Julian PUFFE (DEU), BMW
4. Rob HARTOG (NLD), Yamaha
5. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW
6. Kamil KRZEMIEN (POL), BMW
7. Marc-Reiner SCHMIDT (DEU), BMW
8. Bastien MACKELS (BEL), Kawasaki
9. Daniel KARTHEININGER (DEU), Yamaha
10.Philipp STEINMAYR (AUT), Yamaha