In der letzten Runde stibitzte KTM-Fahrer Leo Rammersdorfer im zweiten Qualifying der IDM in Most seinem Kontrahenten Marvin Siebdrath die schnellste Zeit. Foto: Dino Eisele, Text: Rowena Hinzmann

Es waren 0,02 Sekunden, die in der letzten Runde des zweiten Supersport 300-Qualifyings der IDM in Most entschieden, dass nicht Marvin Siebdrath (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) am Nachmittag zum ersten Rennen von der Pole Position startet, sondern der Österreicher Leo Rammersdorfer (Freudenberg KTM – Paligo Racing). Dabei hatte Siebdrath auf seiner Kawasaki lange die Nase vorn und es schien, als sei ihm die Pole sicher. Aber die Nachwuchsklasse gehört nicht umsonst zu den spannendsten Klassen – und ist immer für eine Überraschung gut.

Leo Rammersdorfer sah man kurz nach dem Qualifying schon wieder in seinen pinken Shorts auf dem Roller durchs Fahrerlager flitzen, während Marvin Siebdrath noch in Lederkombi ruhig und entspannt seinen Helm fürs kommende Rennen aufpolierte. „Er hat mir in der letzten Runden die Pole tatsächlich noch aus der Hand gerissen“, so Siebdrath. Mit Startposition zwei ist er jedoch auch glücklich, schließlich war er am Freitag noch weit weg von Zuversicht und Zufriedenheit. „Es läuft einfach noch nicht so recht“, sagte er am Vortag nach den Freien Trainings. Ihn und Rammersdorfer trennen in der Gesamtwertung der Meisterschaft nur zwei Punkte voneinander. Die Weichen für ein spannendes Kopf-an-Kopf- Rennen sind damit zweifellos gestellt.

Dritter im Bunde in der ersten Startreihe ist Walid Khan (Freudenberg KTM – Paligo Racing). Der Niederländer machte an diesem Wochenende in allen Trainings deutlich, dass er konstant und stark aufgelegt ist und man ihn definitiv auf der Rechnung haben sollte. Dass ihm der Autodrom Most liegt, kommt nicht unerwartet. Als er letztes Jahr für das Freudenberg-Team als Gastfahrer an den Start ging, gewann er auf Anhieb das erste Rennen und kam im Zweiten als Fünfter über die Ziellinie.

Für die zweite Reihe qualifizierte sich Máté Számadó (Hungarian Racing Engineering Team). Er geht von Rang vier ins Rennen. Der junge Ungar überrascht durch seine enorme Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr seit Beginn der Saison. In Oschersleben schaffte er es mit Platz drei das erste Mal aufs IDM-Podest. Auch bei Jorke Erwig (Kawasaki Weber Motos Racing) läuft es rund. Der Deutsche, der sich neben Számadó auf Position fünf platziert hat, liefert konstant gute Ergebnisse innerhalb der Top 8. Mit einer Drittplatzierung am Lausitzring hat er sich bereits einen gefeierten Podiumsplatz gesichert.

Lennox Lehmann (Freudenberg KTM – Paligo Racing) rollt als Sechster ins Rennen. Nach den beiden Qualifyings gab er sich aufgrund Änderungen am Bike, die sie am Vorabend noch vorgenommen hätten, zuversichtlich für die anstehenden Rennen. „Läuft gut“ lautete seine Antwort nach dem beiden Qualifyings. Auch Gaststarter und ebenfalls WM-Fahrer Troy Alberto (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) kann sich mit Startposition neun glücklich schätzen. Der Filipino stürtzte im zweiten Qualifying direkt in der ersten Runde und räumte dabei den Yamaha-Piloten Michel-Caspar Wieth (Yamaha bLU cRU IDM by Kiefer Racing) vom Feld. Alberto konnte weiterfahren, für Wieth war das Qualifying gelaufen. Er startet von hinten.

Das erste Rennen der IDM Supersport 300 findet am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr statt. Der zweite Lauf am Sonntag um 13.15 Uhr. Die IDM überträgt die Rennen aller Klassen kostenlos unter www.idm.de/live

 

IDM SSP 300, Q1 + Q2 und Startaufstellung:

  1. Leo RAMMERSTORFER (AUT/KTM)
  2. Marvin SIEBDRATH (DEU/Kawasaki)
  3. Walid KHAN (NLD/KTM)
  4. Mate SZAMADO (HUN/Kawasaki)
  5. Jorke ERWIG (DEU/Kawasaki)
  6. Lennox LEHMANN (DEU/KTM)
  7. Filip FEIGL (CZE/Kawasaki)
  8. Troy ALBERTO (PHL/KTM)
  9. Bryan COHEN (NLD/Kawasaki)
  10. Ferre FLEERACKERS (BEL/Kawasaki)