Man kennt sich: Leandro Mercado fährt in der Superbike-WM für das MIE Racing Honda Team, Ex-Vizeweltmeister Leon Haslam bestreitet einzelne Einsätze im Team Pedercini Racing. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) dominierte heute im ersten Qualifying in der IDM Superbike im tschechischen Most. Seine beste Runde auf der nassen Strecke brachte er in 1:49,536 min zustande.

Die prominenten Gastfahrer Leon Haslam (Kawasaki Weber-Motos Team) und Leandro Mercado (HRP Honda Holzhauer Racing Promotion) wurden in letzter Minute von Toni Finsterbusch (GERT56, BMW) um einen Platz nach hinten geschickt. Sie belegten somit die Ränge drei und vier.

Der Brite wie auch der Argentinier stampften die Zeiten praktisch ohne Vorbereitung aus dem Boden. Haslam stieg in Most zum ersten Mal überhaupt auf die Kawasaki des verletzten Bastien Mackels. Der 39-jährige Superbike-Vizeweltmeister von 2010 übernahm dessen komplette Basiseinstellung des Motorrads. Für das verregnete Qualifying wurde der ZX-10RR aber ein anderer Stoßdämpfer eingesetzt.

Am Nachmittag steht das zweite Qualifying auf dem Zettel. Kann sich dort noch jemand verbessern? Es wird spannend. Denn wer am Sonntag aus der ersten Startreihe losfährt, hat die größten Chancen, fehlerfrei aus der ersten Kurve auf der Rennstrecke zu kommen. Sie gilt als eine Schlüsselstelle im Rennen.

Haslams IDM-Auftritt ist einmalig. Von einer Fortsetzung der Kooperation weiß Teamchef Emil Weber nichts, meint aber: „Sag niemals nie.“ In die Meisterschaft ist der Brite jedenfalls fest eingeschrieben und er bekommt Punkte. Für Weber ist der aktuelle Auftritt des 39-Jährigen aus London schon jetzt ein Gewinn. „Leon hat uns viele Informationen gegeben, was wir am Motorrad ausprobieren sollten und auch, was wir uns sparen können.“

Mercado, aktueller WM-Superbiker im MIE Racing Honda Team, findet sich genauso gut in der IDM Königsklasse zurecht. Er war mit Teamchef Jens Holzhauer im Vorfeld in Most testen und robbt sich bei der Entwicklung der CBR 1000 RR-R vorwärts. Große Ansprüche stellt der 30-jährige Argentinier nicht: „Motorrad ist Motorrad. Ich nehme es, fahre damit und arrangiere mich.“