MadMax ganz friedlich, doch Max Schmidt kann auch anders. Der 19-Jährige vom Hertrampf Mo Yamaha Racing Team hat im Kampf um die Top Ten das Messer zwischen den Zähnen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Vier Punkte aus Oschersleben konnte Max Schmidt bisher mit nach Hause nehmen. Die bisherigen Resultate machen den 19-Jährigen vom Hertrampf MO Yamaha Racing Team nicht glücklich. Doch er wird den Zustand ändern. Und Schmidt weiß auch schon wie.

„Der Saisonauftakt auf dem Lausitzring war ein Griff ins Klo“, ist der Maschinenbaustudent aus Wuppertal selbstkritisch. „Ich bin nicht in Schwung gekommen. Wir hatten Probleme mit dem Setup der Yamaha. Eigentlich wollte ich in der Lausitz in die Top Ten fahren, im ersten Lauf hat es nicht geklappt, im zweiten Lauf wurde ich von einem anderen Fahrer abgeräumt. „Schmidt ist eine ehrliche Haut, wenn er gesteht: „Die Hilfe von Vladimir Leonov hat mir gefehlt.“ Er bedient sich gerne der Unterstützung des prominenten Russen.

Schmidt ist mit seinen 19 Jahren das Küken in der IDM Superbike, Team-Aushängeschild Leonov dagegen eine international gestandene Größe und seit Oschersleben wieder in der Königsklasse am Start. „Da habe ich gleich einen Schritt nach vorne gemacht“, sagt Schmidt, der clever ist und sich von seinem 35-jährigen Lehrmeister viel abguckt. „Vladimir kann die Vorteile des Motorrads viel besser ausnutzen, er fährt runder und sauberer. Er hat mir auch ganz klar gesagt, dass man die R1 wie ein Zwischending von einer 600er-Maschine zu einer 1000er fahren muss.“ Jetzt feilt Schmidt an seinem Fahrstil und lernt ständig dazu. „Ich kriege viele Tipps von Vladimir, aber auch eine ehrliche Meinung, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Ich will in die Top Ten kommen.“

Schmidt ärgert sich, dass der zweite Lauf von Oschersleben eine Nullrunde wurde. „Nach dem Steinschlag in den Kühler hatte sich der Motor der Yamaha überhitzt und ich bin rausgefahren. Das war insofern schade, da ich die gleichen Zeiten wie die Gegner auf den Plätzen 7 und 8 gefahren bin.“

Was soll dieses Jahr für den Wuppertaler rausspringen, der 2021 als Vizemeister des Pro Superstock Cups in die Königsklasse aufstieg? Von Teamchef Denis Hertrampf hat er eine Ansage bekommen: zwar keine konkrete Platzierung, aber Hertrampf will Verbesserungen sehen. Der Abstand von Schmidt zu seinem Teamkollegen Daniel Kartheiniger muss schrumpfen. Noch besser wäre es, wenn die Lücke geschlossen wird. Chancen gibt es reichlich. Die nächste IDM-Veranstaltung findet vom 24. bis 26. Juni im tschechischen Most statt.