Walid Khan schnappte in der letzten Runde seinem Teamkollegen Leo Rammerstorfer die Führung weg und fuhr auf und davon. Er gewann das zweite Rennen in Oschersleben. Foto: Dino Eisele, Text: Rowena Hinzmann

„Heute gehört der Sieg mir“, dachte sich Walid Khan (Freudenberg KTM – Paligo Racing) vor dem zweiten Rennen der IDM Supersport 300 am Sonntagnachmittag in der Motorsport Arena Oschersleben. Was er sich zuvor sagte, gelang dem Niederländer am Ende auch. Er kam vor seinem Teamkollegen Leo Rammerstorfer ins Ziel. Erst zu Beginn der letzten Runde rauschte Kahn an dem Österreicher vorbei, der nicht mehr die Mittel hatte die Führung zurückzuerobern. „Gestern hatte ich mich aufgrund der schwierigen Streckenbedingungen noch zurückgehalten, heute wollte ich es wissen“, sagte Walid Khan im Parc ferme. Mit einem dritten Platz im ersten Lauf am Samstag sicherte sich Khan an seinem ersten IDM-Wochenende in dieser Saison gleich zwei Podiumsplätze und fährt mit 41 gesammelten Punkten in der Gesamtwertung nach Hause.

Ein bisschen Enttäuschung sah man im Gesicht von Leo Rammerstorfer. Der KTM-Pilot übernahm nach dem Start die Spitze und führte das Feld bis zur letzten Runde an. Dann kam Khan. „Ich war so nah am Sieg dran. Das ist schon ärgerlich, aber mit dem zweiten Platz bin ich natürlich auch sehr zufrieden“, so der 17-Jährige Rookie, der im vergangenen Jahr bereits mehrere Gaststarts in der IDM Supersport 300 absolvierte und seit dieser Saison als Stammfahrer für das Freudenberg KTM-Paligo Racing Team antritt. Im Winter nutzte er die Zeit, sich mit seinem engen Freund und neuerdings Supersport WM-Fahrer Lennox Lehmann (Freudenberg KTM – Paligo Racing) auf die anstehende Saison vorzubereiten.

Zum ersten Mal stand mit Máté Számadó (Hungarian Racing Engineering Team) ein ganz neues Gesicht auf dem Treppchen. Der Ungare zeigte bereits am Lausitzring, dass er aufzublühen scheint und lieferte heute mit Rang drei den Beweis. „ Ich bin sprachlos und kann gar nicht beschreiben wie ich mich fühle, außer, dass es ein großartiges Gefühl ist“, so der 16-Jährige Kawasaki-Pilot. Nach einer eher enttäuschenden ersten IDM-Saison im vergangenen Jahr,  verbrachte der Kawasaki-Pilot die Off-Season damit, sich physisch als auch mental besser vorzubereiten und ein besseres Setup zu finden. Mit Erfolg.

Jorke Erwig (Kawasaki Weber Motos Racing) verpasste seinen zweiten Podiumsplatz nur knapp. Am Ende verließ ihn der Grip am Hinterrad, sagte der 16-Jährige aus Gescher. Er kam nach einem starken Rennen in der Spitzentruppe auf Rang vier, gefolgt von den fünf Kawasakis von Thom Molenaar (Molenaar Racing), Oliver Svendsen, Bryan Cohen (beide Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki), Ferre Fleeracker (B.art Racing Team) und Max Zachmann auf Rang neun. Nick Roelfsema (Team Apreco) komplettierte die Top 10.

Marvin Siebdrath (Füsport – RT Motorsports by SKM – Kawasaki) ging an diesem Renntag leer aus. Der Vize-Champion und Titelfavorit rutschte in der siebten Runde das Vorderrad weg und stürzte. Dem Wildenfelser gelang es zwar mit der Kawasaki weiterzufahren, mehr als Platz 18 war für ihn jedoch nicht mehr drin. Auch Scott Deroue (Freudenberg KTM – Paligo Racing) und Troy Beinlich (Roto-Store BRT) landeten im Kiesbett. Letzterer konnte jedoch das Rennen fortführen und kam auf Rang 21.

 

IDM SSP 300, Ergebnis Rennen 2:

  1. Walid KHAN (NLD/KTM)
  2. Leo RAMMERSTORFER (AUT/KTM)
  3. Mate SZAMADO (HUN/Kawasaki)
  4. Jorke ERWIG /DEU/Kawasaki)
  5. Thomas MOLENAAR (NLD/Kawasaki)
  6. Oliver SVENDSEN (DNK/Kawasaki)
  7. Bryan COHEN (NLD/Kawasaki)
  8. Ferre FLEERACKER (BEL/Kawasaki)
  9. Max ZACHMANN (DEU/Kawasaki)
  10. Nick ROELFSEMA (NLD/Yamaha)