Die Drei von der Tankstelle: Bei Florian Alt, Markus Reiterberger und Vladimir Leonov ist der Adrenalin-Tank voll. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

In 18 Runden über jeweils 3,6 Kilometer kann viel passieren. Im zweiten Rennen der IDM Superbike in der Motorsport Arena Oschersleben geschah das Grundlegende schon auf den ersten 1000 Metern. Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW, Foto) legte aus der dritten Reihe heraus einen Traumstart hin, der ihn auf die Ideallinie zum Sieg brachte. Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) wurde diesmal Zweiter und Vladimir Leonov (Hertrampf Mo Yamaha Racing Team) erneut Dritter.

Aufgrund des Reversed Grids stand Florian Alt als Sieger des ersten Rennens auf der neunten Startposition, Reiterberger auf der achten. „Ich muss irgendwie zusehen, dass ich vor der zweiten Kurve auf der Innenseite bin“, meinte Alt noch. Doch die Taktik ging nicht auf. Reiterberger hatte mehr Glück, raste außen an der Konkurrenz vorbei und war in der Hotelkurve schon in Führung, um sich von dort aus die ersten Meter Luft vor dem später folgenden Florian Alt zu verschaffen.

Die Niederlage gegen den 26-jährigen Nümbrechter im ersten Lauf hatte dem Bayern nicht gefallen und Alt hatte im zweiten Lauf keine Chance gegen den Meisterschafts-Führenden. Erst in der dritten Runde konnte er sich endgültig vom Feld lösen. Aber die Lücke zu Reiterberger war zu groß, um sie schließen können. „Der Start war entscheidend“, meinte Alt im Ziel, „Markus war megastark. Der Grip am Hinterrad ist auch bei mir nicht besser geworden, deshalb habe ich meine zweite Position in den letzten acht Runden lediglich verwaltet. Man muss aber auch bedenken, dass wir immer noch ein Entwicklungsteam sind, das immer wieder neue Komponenten am Motorrad hat. Wir sind hier auch nicht testen gewesen.“

Reiterberger, der angab, sich das ganze Wochenende über nie richtig wohlgefühlt zu haben, klagte ebenfalls über Grip-Probleme, stellte aber fest, mit den Reifen gut gehaushaltet zu haben. Das Duell zwischen Reiterberger und Alt verlagert sich nun ins tschechische Most, wo vom 24. bis 26. Juni die nächste IDM-Runde ausgetragen wird.

Vladimir Leonov machte seiner Crew in der Box mit seinem dritten Platz die nächste große Freude und schon jetzt ist klar, dass er ein gewichtiges Wort in der Meisterschaft mitsprechen wird. Hinter ihm entwickelte sich zunächst ein Zweikampf zwischen Rob Hartog (Team SWPN) und Toni Finsterbusch (GERT56), der wiederum Pepijn Bijsterbosch und Kamil Krzemien vom Team BCC-alpha-Van Zon-BMW im Schlepptau hatte. Im Windschatten folgte Julian Puffe (GERT56). Nach 18 Runden kamen all diese Herren auch geballt ins Ziel, nur in anderer Reihenfolge. Außerdem hatte Hikari Okubo (HRP) Anschluss an den Zug gefunden.
Kein Glück hatte Jan Mohr (BCC-alpha-Van Zon-BMW). Der Österreicher war vom Saisonauftakt in der Lausitz noch als Gesamt-Dritter in der Königsklasse nach Hause gefahren. Weil er heute im zweiten Superbike-Lauf einen Nuller kassierte, rutschte er auf den vierten Platz ab. Dabei hatte er sich nach einem Magen-Darm-Infekt gerade wieder wohlgefühlt und im ersten Lauf konnte der 24-jährige BMW-Fahrer noch zehn Punkte holen.

Einen Totalausfall erlebte im zweiten Lauf das RR Socia Racing Team. Ricardo Brink schob das Bike mit einem Defekt aus der Startaufstellung. Jeroen Hilster stürzte.

IDM Superbike, Rennen 2:

1. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
2. Florian ALT (DEU), BMW
3. Vladimir LEONOV (VAE), Yamaha
4. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW
5. Kamil KRZEMIEN (POL), BMW
6. Rob HARTOG (NLD), Yamaha
7. Julian PUFFE (DEU), BMW
8. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW
9. Hikari OKUBO (JAP), Honda
10. Philipp Steinmayr (AUT), Yamaha