Sie strahlen um die Wette: Julian Puffe mit seinem markanten Zahnpasta-Lächeln und Laufsieger Toni Finsterbusch. Text: Anke Wieczorek; Foto: Markus Perpeet

Das zweite Superbike-Rennen war ein Meilenstein in der GERT56-Geschichte. Doppelsieg für Toni Finsterbusch und Julian Puffe. Als Erster hatte zwar Markus Reiterberger die Ziellinie überquert. Wegen Überholens unter gelber Flagge wurde der Bayer aber bestraft und fünf Plätze zurückgesetzt.

In der Königsklasse überschlugen sich die Ereignisse. Florian Alt stand wie schon im ersten Lauf im Mittelpunkt des Geschehens. Für ihn war das Rennen diesmal schon gelaufen, bevor es begonnen hatte. Er hob in der Startaufstellung die Hand. Die Geräusche am Motorrad ließen nichts Gutes ahnen. Wie sich später herausstellte, war die Elektronik ausgefallen.

Nach 16 Runden war diesmal aber auch nicht der überlegene Markus Reiterberger der Sieger, obwohl er erneut das Rennen dominierte. Wegen eines Überholmanövers unter gelber Flagge wurde er fünf Plätze zurückgestuft.

Der Sieg ging an Toni Finsterbusch und das GERT56-Team – und das im Doppelpack, denn Julian Puffe wurde Zweiter. Dem gewichtigen Teamchef Karsten Wolf ging das sehr nah. Zuerst der Podiumsplatz von Puffe im ersten Rennen, der Ausrutscher und jetzt diese Kombination. Genau 14 Jahre nach seinem ersten Hobbyrennen auf dem Lausitzring gewann sein Team heute als Tandem in der IDM-Königsklasse. Das zweite Jahr der Mannschaft aus dem sächsischen Pirna hat mit einem Paukenschlag begonnen. „Hätte das vor dem Wochenende jemand zu mir gesagt, dann wäre ich weggegangen. Das gibt´s ja gar nicht. Das ist der Hammer“, war Puffe völlig aus dem Häuschen. Sieger Finsterbusch wusste zuerst gar nicht wie ihm geschah. „Ich hatte zwar gesehen, dass Markus Reiterberger in der Gelb-Phase überholt hat, aber zum Schluss habe ich gar nicht mehr daran gedacht.“
Finsterbusch war vom Reverse-Grid auf Position 11 losgefahren, kam nach zwei Runden aber schon als Sechster zurück. Im Gegensatz zum ersten Rennen hing das Feld eng zusammen, das Durchkommen war nicht leicht.“

Die Show ganz vorne hatte lange Bastien Mackels auf der Weber-Kawasaki geliefert. Er brachte Farbe ins Spiel und warf die grüne ZX-10RR von einer Kurve in die andere, in dem Bewusstsein, fünf BMW-Jungs vom BCC-alpha Racing-Van Zon-Team und von GERT56 hinter sich zu haben. Bis zur Hälfte des Rennens blieb der Belgier an der Front, dann musste er sich geschlagen geben.

Schließlich gelang es auch Jan Mohr, dem Dritten des ersten Laufes, sich an Mackels vorbei zu drängen. Das war der nächste Podiumsplatz für den Österreicher vom BBC-alpha Racing-Van Zon- Team. So erfolgreich war er noch nie. „Es tut mir leid, was Markus passiert ist, aber die Punkte nehmen wir mit.“

Mit Sandro Wagner (motoLife), Hikari Okubo (Holzhauer Racing Promotion), Rob Hartog (Team SWPN) und Paul Fröde (Holzhauer Racing Promotion) fuhren auch Klassen-Neulinge in die Punkteränge. Und wieder hatten alle in der IDM Superbike vertretenen Motorradmarken mindestens einen Vertreter in den Top Ten.

Ergebnis IDM Superbike, 2. Lauf:

1. Toni FINSTERBUSCH (DEU), BMW
2. Julian PUFFE (DEU), BMW
3. Jan MOHR (AUT), BMW
4. Bastien MACKELS (BEL), Kawasaki
5. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD), BMW
6. Markus REITERBERGER (DEU), BMW
7. Kamil KRZEMIEN (POL), BMW
8. Sandro WAGNER (DEU), BMW
9. Hikari OKUBO (JPN), Honda
10. Daniel KARTHEININGER (DEU), Yamaha