Schwer geschuftet, aber mit Erfolg: Markus Reiterberger ist vom neuen Regenreifen von Pirelli angetan und hat ein Setup für die BMW gefunden. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Björn Gramm

Bei den IDM-Tests in Valencia überraschte Markus Reiterberger im Regen mit Bestzeiten. Dabei war der dreifache IDM Superbike-Meister in der Vergangenheit kein Fan von nassen Strecken. Der 28-jährige Bayer vom Team BCC-alpha-Van Zon-Racing kennt die Ursache seiner neuen Schnelligkeit. Es ist der neue Pirelli-Hinterradreifen.

In der FIM Endurance WM, die Reiterberger auf Dunlop-Reifen bestreitet, ist er längst über sein einstiges Regen-Trauma hinweg. „Wir haben da so viele Runden im Regen getestet, dass er mir nichts mehr ausmacht. Jetzt hat unser IDM-Reifenpartner Pirelli aber auch eine Mischung herausgebracht, die so ist, als ob es nie anders gewesen wäre, als damit gut durch den Regen zu kommen. Wir haben ein richtig super Set-up für das Motorrad auf nassem Untergrund gefunden.“
Am zweiten Testtag auf dem feuchten Circuit Ricardo Tormo gelang Reiterberger die Tagesbestzeit von allen anwesenden Fahrern. „Am dritten Tag ging es noch besser und ich bin mit den neuen Pirellis eine 1:46,7 min-Zeit gefahren. Da die Bedingungen an den insgesamt drei Tagen ziemlich stabil waren, konnten wir einen perfekten Regentest durchziehen.“

Der dreifache Meister der IDM-Königsklasse erzählt: „Sonst habe ich immer das Trocken-Setup der BMW M 1000 R genommen, ein bisschen an der Federvorspannung geändert und ein paar kleine Einstellungen. Jetzt krempeln wir das Fahrwerk komplett um.“
Reiterberger behält 2022 sein Vorjahresmotorrad, das neu aufgebaut wird. Der Motor kommt nicht aus der Serie, sondern wird direkt aus der BMW-Zentrale geliefert. „In einem werksunterstützten Team wie dem von Werner Daemen geht schon ein bisschen mehr als in dem kleinen Team, in dem ich letztes Jahr war“, weiß der Titelfavorit.

Für den anstehenden Test auf dem Lausitzring wünscht sich Reiterberger allerdings trockene Bedingungen, „damit wir auch dafür das optimale Setup finden.“ Er wird mit drei Titeln in der Königsklasse zwar hoch gehandelt, doch sagt selbst: „Im Trockenen ist Florian Alt eine Macht.“ Der Konkurrent aus Nordrhein-Westfalen hatte die Zeitenliste am ersten Trainingstag von Valencia angeführt. „Und dann“, ergänzt Reiterberger, „weiß man nie, ob nicht irgendwo ein noch unbeschriebenes Blatt auftaucht und uns alle überrascht.“