Wie groß ist der Rummel 2022 bei Kawasaki Weber-Motos Racing? Oder steht alles still? Teamchef Emil Weber ist am Grübeln. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Kawasaki hatte 2021 dank Einsatzfahrer Valentin Debise die beste IDM-Saison seit zehn Jahren, zog Kawasaki Deutschlands Racing-Beauftragter Carsten Haufe unlängst Bilanz. Das bis dato verpflichtete Team Kawasaki Weber-Motos Racing aus der Schweiz hatte mit dem Fahrer einen sauberen Job gemacht. Chef Emil Weber hält viel von der Partnerschaft mit dem deutschen Importeur, ist sich aber trotzdem nicht sicher, ob er das Werk fortsetzen will.

Meister geworden ist Debise zwar nicht und der Franzose musste die Saison wegen seiner Handverletzung vorzeitig beenden, doch die bis dahin erreichten Ergebnisse sprechen für sich: drei Podiumsplätze in der IDM Superbike 1000, davon ein Sieg. In der Supersport 600 raste er sechs Mal aufs Treppchen, drei Mal als Erster. Kawasaki war wieder an der Front.

Warum sollte sich Emil Weber mit seinem Team jetzt zurückziehen? „Der Aufwand wird immer größer“, offenbart der 55-Jährige. „Es wird zunehmend schwieriger, Sponsoren zu finden.“ Weber denkt nach zwei Jahrzehnten im Rennsport auch darüber nach, was ihm das Ganze persönlich bedeutet, sagt aber auch gleich: „Den Zeitaufwand in Geld umrechnen darfst Du dabei nicht.“ Noch grübelt Weber, ein potentieller Siegfahrer könnte das ändern. „Wenn mir jemand über die Füße läuft, mit dem ich immer schon zusammen arbeiten wollte, dann geht es natürlich weiter. Aber im Moment ist die Luft raus.“

Es gibt aber auch die absolut loyale Seite von Weber. Auf den Rennstrecken zählen für ihn nicht nur Gegner, sondern auch Freunde und Verpflichtungen. Mit dem vorhandenen Kawasaki-Material könne er beispielsweise Nico Thöni und Micky Winkler eine Plattform für 2022 bieten, wirft Weber in den Raum. Es gebe auch Anfragen von vielen anderen tollen Fahrern. Den Ausschlag werde aber wohl das Angebot von Kawasaki Deutschland geben. „Ich hatte in den vergangenen Jahren eine tolle Zusammenarbeit mit Kawasaki und 2021 hat sich unsere Arbeit mit viel Publicity ausgezahlt. Ich werde jetzt schauen, wie sich in den nächsten Wochen alles entwickelt, ob und wie und überhaupt. Ende November werde ich eine Entscheidung treffen.“