Die 600 cm³-Gespanne haben die 1000 cm³-Teams längst abgelöst. Sterben die Saurier in der Szene jetzt aus? Mike Roscher (Foto) hält an dem alten Konzept fest. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Wenn am 14. November 2021 die Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Gespannrennen (IGG) stattfindet, gibt es brenzlige Themen. Neben der Wahl des neuen Vorstands geht es um die Zukunft der 1000 cm³-Gespann-Teams im Rahmen der IDM.

In der IDM hatten die hubraumstarken Gespanne auch noch lange nach dem Ausschluss aus der Weltmeisterschaft ihre Heimat. Jetzt steht das auf der Kippe. Mindestens sechs sollten sich zusammenfinden, um sich zukünftig im Feld der 600 cm³-Seitenwagen einreihen zu dürfen, lässt IGG-Sprecher Marcus Gerzack wissen. Er selbst sieht Vorhaben als eher unwahrscheinlich an. Denn die bisherigen Protagonisten Peter Schröder/Carolin Zimmermann, Michael Prudlik/Helmut Lingen, Jord Klok/Carmen Laudy, Hilbert Talens/Frank Knarf wandern nach jetzigem Stand in die Sidecar Trophy ab.

Was wird dann aus Ex-Meister Mike Roscher? Er ist mit seiner Beifahrerin Anna Burkard das oberste Sahnehäubchen in der 1000 cm³-Fraktion und schaffte es immer wieder, auch die wendigeren und modernen 600 cm³-Teams zu besiegen. Bei der IDM-Runde in Most gewann der Sachse beide Rennen vor Josef Sattler/Luca Schmidt und Michael Grabmüller/Nicola Bidault beziehungsweise Markus Schwegler/Ondrej Kopecky.

Roscher geht derzeit davon aus, dass es für sechs 1000 cm³-Gespanne eine Cup-Wertung geben wird. Kommen weniger Teilnehmer zusammen, wären die Teams als Gastfahrer zugelassen, die außerhalb der Wertung fahren. Also wie gehabt. Roscher hat hier für 2022 auch den Schweizer Andres Nussbaum auf dem Zettel sowie Helmut Lingen, der in der IDM zusätzlich zur Trophy starten würde. Roscher sagt aber auch klar, dass er auf irgendwelche Spielchen während der Saison „keinen Bock mehr“ habe. Deshalb verharre er auch in einer Denkpause. Bei der IGG-Tagung soll Klarheit geschaffen werden. Die endgültige Entscheidung trifft aber der DMSB.

Dem Trend zu den 600ern wird Roscher nicht folgen, auch wenn Anna Burkard seit Jahren ein entsprechendes Chassis und Roscher einen K7-Motor von Suzuki sein eigen nennt. „Der Motor hat 115 PS am Hinterrad. Damit brauchst Du nicht anzufangen. Und bei der Aufrüstungspolitik, die betrieben wird, mache ich nicht mit.“