Das Punktepolster ist komfortabel, aber Sattler/Schmidt sind noch nicht im Ziel. In Oschersleben läuft der Kampf um den IDM-Titel auf Hochtouren. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

In der Motorsport Arena sind die Weichen für die letzten beiden Saisonrennen in der IDM Sidecar gestellt. Während die Soloklassen ihre Meister am vergangenen Wochenende in Hockenheim kürten, geht es bei den 600 cm³-Gespann-Teams derzeit beim Bonovo Action Sidecar-Festival in der Magdeburger Börde um den Titelgewinn.

Die Trainings sind vorbei. Die ersten Teams in der Startaufstellung für die Rennen am Sonntag sind Tim Reeves/Kevin Rousseau (Adolf RS F1), Bennie Streuer/Jeroen Remmé (Adolf RS F1), Josef Sattler/Luca Schmidt (Adolf RS F1) und Peter Kimeswenger/Kevin Kölsch (LCR F1).

Lange schien der Weg zum Titel für Sattler absolut frei zu sein, doch technische Probleme brachten den Bayern von der Idealspur ab und Reeves (Foto links) machte große Sprünge nach vorn. Sollte der achtfache Weltmeister morgen das erste Rennen gewinnen, „dann brauche ich 16 Punkte. Das heißt, ich muss Dritter werden. Dann wäre alles entschieden“, hat Sattler gerechnet. „In dem Fall hätte ich in der Gesamtwertung 26 Punkte Vorsprung und selbst wenn Tim auch noch das zweite Rennen gewinnen würde, könnte er mich nicht mehr einholen.“

Der Haken ist, dass die IDM Sidecar kein Wunschkonzert ist. Sogar Markus Schwegler/Ondrej Kopecky (LCR F1) haben rein rechnerisch noch Chancen, nach der Meisterkrone zu greifen. Es kann viel passieren. Und Sattler hofft inständig, dass die Technik an seinem Gespann mitspielt und er die Titelfrage schon im ersten der beiden Läufe über 14 Runden zu seinen Gunsten klären kann.

Wenn dieser Fall eintritt, nimmt er mit seinem 18-jährigen Beifahrer auch am WM-Rennen teil, das am Ende der Veranstaltung ausgetragen wird. Es wäre noch ein Highlight mehr. Vorsichtshalber ist das Duo im ersten WM-Qualifying mitgefahren, um sich mit einer schnellen Runde für den Start zu qualifizieren.