Sprintrennen statt Langstrecke: Karsten Wolf hat mit dem Team GERT56 in der IDM Superbike 1000 alles richtig gemacht. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Toni Börner

Es war das Premierenjahr für GERT56 in der IDM Superbike 1000. Teamchef Karsten Wolf hat den Wechsel von der Endurance-Weltmeisterschaft in die IDM keine Minute bereut. Viel Neues stürmte auf die Mannschaft ein, die sich nun auf Sprintrennen konzentrierte und mit WP auch noch einen neuen Fahrwerkspartner zur Seite hatte. Für den 25-jährigen Julian Puffe endete das Debütjahr auf der BMW M 1000 RR auf dem achten Gesamtrang der Königsklasse. Sein 28-jähriger Teamkollege Toni Finsterbusch, der bei den ersten zwei Veranstaltungen verletzungsbedingt nicht am Start war, wurde 13. in der Abschlusswertung.

„Die meist gestellte Frage in diesem Jahr war, ob ich die Endurance World Championship vermisse. Mein klares ‚Nein‘ hat viele Leute schockiert“, erzählt Karsten Wolf und erklärt: „Ich bin aber kein Typ, der sich für Neues entscheidet und dann der Vergangenheit nachweint. Außerdem hat der Wechsel alles gehalten, was ich mir und dem Team versprochen habe. Wir sind auf den Rennstrecken nicht so lange vor Ort, die Reisezeiten sind übersichtlich. Das passt gut zu unserem privat finanzierten und nebenberuflich agierenden Team und zur logistischen Ausrichtung.“

Beeindruckt ist der Sachse immer noch von der Leistungsdichte und der Performance in der IDM. Die Meisterschaft entwickle sich seiner meiner Meinung nach zur stärksten Superbike-Serie in Europa. Vor ihm und seiner Mannschaft liegen noch große Aufgaben: „Unsere BMW M 1000 RR auf jeder Strecke für jeden Fahrer so abzustimmen, dass sie für eine Runde, aber auch über die ganze Renndistanz schnell ist, daran müssen wir bei uns im Team weiter arbeiten.“ Nach dem Lehrjahr soll 2022 die Gesellenprüfung folgen, bei der das Podium das Ziel ist.

Wolf ist froh, wie die Saison nach dem verkorksten Start verlaufen ist. Stammfahrer Toni Finsterbusch konnte zuerst wegen seiner Fußverletzung nicht fahren. Lucy Glöckner sagte drei Tage vor der ersten Veranstaltung krankheitsbedingt ab. Plötzlich lagen Entwicklung und Ergebnisdruck auf Julian Puffe, der eigentlich als Ersatzfahrer ins Team gekommen war. Der Schleizer zog sich jedoch beachtlich aus der Affäre und war sogar zwei Mal aufs Podiumskurs. Finsterbusch erzielte bei seiner Rückkehr vier Top-5-Plätze in Folge.