Heute ist ein guter Tag zum Gewinnen. Markus Reiterberger, seine Freundin Corinna und Mechaniker Wolfgang Krampe feiern den zweiten Saisonsieg. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Björn Gramm

Im ersten Lauf der IDM Superbike 1000 ging es drunter und drüber. Durch einen Massen-Crash gab es zunächst eine hohe Ausfallquote. Nach dem Re-Start und zehn weiteren Runden stand Markus Reiterberger (BCC Racing) auf der BMW M 1000 RR als Sieger des Rennens fest. Ihm folgten Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) und Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team). Der Russe sorgte für den zweiten Podiumsplatz im Premierenjahr des Teams auf Yamaha.

Bis auf Marc Moser (Bonovo Action by MGM), der den härteren SC1-Reifen von Pirelli gewählt hatte, waren alle Fahrer mit dem weicheren SCX, der bei warmen Temperaturen gut über die Distanz hält, unterwegs.

Der erste Renn-Anlauf der Top-Klasse gestaltete sich mehr als schwierig. Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) führte zunächst vor Florian Alt, Markus Reiterberger, Vladimir Leonov, Luca Grünwald (Kiefer Racing) und Gastfahrer Lukas Tulovic (Team SWPN), als im Hintergrund die beiden GERT56-Teamkollegen Toni Finsterbusch und Julian Puffe auf Öl ausrutschten. Im Sekunden-Takt rauschten auch gleich Luca Vitali (HRP-Honda), Tim Eby (EGS-alpha-Van Zon-BMW), Björn Stuppi (Kiefer Racing) und Florian Hüsler ins Kiesbett. Die rote Flagge für den Abbruch des Rennens wurde geschwenkt und zusätzlich standen die Leucht-Panels am Streckenrand auf Rot. Hockenheim leistet sich diese Anlagen zum Schutz von Fahrern und Streckenposten.

Bei der Streckenreinigung wurde das Öl abgebunden, aber die Spur war deutlich zu sehen und hatte wenig Grip zu bieten. Alle gestürzten Fahrer, die sich fünf Minuten nach dem Schwenken der roten Flagge wieder ein der Box eingefunden hatten, waren laut Reglement auch zum Neustart zugelassen. Die Startaufstellung erfolgte nach den Positionen der Fahrer zum Zeitpunkt des Rennabbruchs.

Mikhalchik wollte seine Spitzenposition halten und legte einen Raketenstart im Motodrom hin. Auf den Stellen mit dem Bindemittel war oberste Vorsicht geboten, aber auch hier blieb der Ukrainer völlig schmerzfrei und emotionslos. Doch nur wenig später ging die Fahrt des inzwischen dreifachen IDM Superbike-Champions zu Ende. Mikhalchik stürzte und konnte von Glück reden, dass nicht er, sondern nur das Motorrad von Alt touchiert wurde. Der Engelskirchener und Reiti konnten auf letzter Rille ausweichen. Der 25-Jährige hatte bei seinem Sturz doppelt Glück. Wenn der verletzungsbedingt ausgefallene Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) noch am Start gewesen wäre, hätte die Mission Titelgewinn sogar noch brisant werden können.

Nun steht aber das Duell zwischen Flo Alt und Luca Grünwald um die nachfolgenden Plätze im Fokus. Alt hatte ein Riesenglück, dass er hinter Sieger Markus Reiterberger nicht noch mit einem Highsider auf dem behandelten Streckenabschnitt abflog. So aber ist er der Unternehmung Vizetitel wieder ein Stück näher gekommen. Luca Grünwald musste mit dem vierten Platz vorlieb nehmen.

Was sonst noch aufgefallen ist: Jan Mohr fuhr stark wie nie, begrub seinen fünften Platz mit einem Sturz in der achten von zehn Runden. Das HRP-Honda-Team brachte beide Fahrer, die Gaststarter Jan Bühn und Luca Vitali, in die Top Ten. Alle vier in der IDM Superbike 1000 vertretenen Marken – BMW, Honda, Kawasaki, Yamaha) hatten einen Fahrer in den Top Ten des Laufes.

Ergebnis IDM Superbike, 1. Lauf:

1. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
2. Florian ALT (DEU/BMW)
3. Vladimir LEONOV (RUS/Yamaha)
4. Luca GRÜNWALD (DEU/BMW)
5. Lukas TULOVIC (DEU/Yamaha)
6. Luca VITALI (ITA/Honda)
7. Julian PUFFE (DEU/BMW)
8. Nico THÖNI (AUT/Kawasaki)
9. Jan BÜHN (DEU/Honda)
10.Daniel RUBIN (DEU/Yamaha)