Manchmal kommt es anders als man denkt. Am Ende halfen keine Rechenexempel, sondern Tatsachen. Alt ist Vize. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Die Abschlussrunde in der IDM Superbike 1000 war nichts für schwache Nerven. Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) stand als Meister in der Königsklasse bereits fest. Der Kampf um den Vize stand im Fokus. Drei Männer hatten Chancen: Florian Alt (Wilbers-BMW), Luca Grünwald (Kiefer Racing), Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team).

Nach dem Start nach dem Reverse-Grid, der sich nach dem Zieleinlauf des ersten Rennens richtet, blitzte die Kiefer-BMW S 1000 RR ganz vorne auf, aber Markus Reiterberger (BCC Racing) und Julian Puffe (GERT56) setzten der Show schnell ein Ende. Und plötzlich spielte das Wetter verrückt. Auf den einzelnen Streckenteilen regnete es unterschiedlich stark. Das hätte eine Vorentscheidung sein können, denn alle Fahrer schraubten das Tempo zurück und agierten vorsichtiger. Der Spuk war jedoch bald wieder vorbei. Was folgte, war eine Leonov-Show. Der Russe überholte Reiterberger und Grünwald im Doppelpack und es schien kein Kraut mehr gegen ihn gewachsen zu sein. So, wie die Dinge lagen, fuhr Leonov dem Vizetitel entgegen – rein rechnerisch. Grünwald wollte sich das Heft aber nicht aus der Hand nehmen lassen, verbannte Reiterberger auf den dritten Platz und wähnte sich nun wieder sicherer. Reiterberger wiederum war das Gesamtergebnis schnurzegal. Der Publikumsliebling war erst auf dem Schleizer Dreieck in die IDM zurückgekehrt. Für ihn zählten nur Einzelergebnisse.

Während es vorne scheinbar schon um die Wurst ging, war auch Florian Alt, der von der achten Position startete, nicht untätig gewesen. Der Engelskirchener war auf der M 1000 RR der schnellste Mann auf der Strecke – und er wollte Vize in der Königsklasse werden. Und das sah plötzlich verdammt gut aus. Alt bahnte sich den Weg und nichts sollte ihn am denkbar knappen Triumph mehr hindern. Reiterberger genehmigte sich einen Doppelsieg. Grünwald wurde Zweiter und Leonov Dritter. Das bedeutete in der Schlussabrechnung: Mikhalchik ist mit 176 Punkten Meister vor Florian Alt (145) und Grünwald (144) und Leonov (138).

Mikhalchik beendete die Saison nach dem unsanften Sturz im ersten Lauf mit einem fünften Platz. Teamkollege Jan Mohr strich auf dem achten Platz seine beste Platzierung in der Saison ein. Gastfahrer Luca Vitali (HRP-Honda) brachte die CBR 1000 RR-R erneut in die Top Ten. Daniel Kartheininger machte auf der Ducati V4R Panigale Fortschritte. Lukas Tulovic (SWPN, Yamaha) stürzte im zweiten Lauf aus dem Geschehen.

IDM Superbike 1000, 2. Lauf:

1. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
2. Luca GRÜNWALD (DEU/BMW)
3. Vladimir LEONOV (RUS/Yamaha)
4. Florian ALT (DEU/BMW)
5. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)
6. Julian PUFFE (DEU/BMW)
7. Luca VITALI (ITA/Honda)
8. Jan MOHR (AUT/BMW)
9. Nico THÖNI (AUT/Kawasaki)
10.Daniel KARTHEININGER (DEU/Ducati)