Motiviert und offen für Angebote: Gastfahrer Jan Bühn will die HRP-Honda auf dem Hockenheimring nach vorne treiben. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Verkehrsplaner? Was ist das? Hier ist die Antwort: Es ist ein Job, bei dem der Ausführende zuständig für die Koordination der Radwege ist, die Beschilderung, die Planung. Der gelernte Verkehrsplaner Jan Bühn hat eine 50%-Stelle im Landratsamt Heilbronn angetreten. In der IDM Superbike 1000 will sich der Baden-Württemberger beim großen Saisonfinale in Hockenheim vom 24. bis 26. September 2021 dagegen für einen Stammplatz bei Honda empfehlen.

Bühn war bei den letzten Rennen auf dem Red Bull Ring als Gastfahrer im HRP-Team eingesetzt worden. Der 30-Jährige sollte als zweiter Mann neben Alessandro Polita weitere Daten für die Entwicklung der CBR 1000-RR-R sammeln. Dass Bühn gleich zu Beginn schneller sein würde als der Kollege aus Italien, hatte dabei niemand erwartet. Auch nicht, dass sich Polita in Österreich das Schlüsselbein brach.
„Polita war eigentlich mein Richtwert. Er fährt das Motorrad seit zwei Jahren“, zieht Bühn ein Fazit. In den Rennen sprangen die Plätze 15 und 13 heraus. Nicht ganz wie erhofft. „Wir haben noch Schwächen beim Handling. In der Fireblade steckt viel Potential, aber wir nutzen es noch nicht aus. Auf dem Red Bull Ring habe ich im zweiten Sektor viel Zeit verloren. Für mich ist es noch nicht so einfach, etwas dazu zu sagen, aber der Fokus liegt jetzt auf der Funktionstüchtigkeit des Motorrads.“

Beim Hockenheim-Finale wird es am Freitag wieder drei statt wie in Österreich nur zwei freie Trainings geben. „Da haben wir genügend Zeit, um verschiedene Einstellungen zu testen“, so Bühn, der hinzufügt: „Vielleicht ergibt sich ein kleiner Vorteil daraus, dass ich den Ring gut kenne.“

Kehrt Bühn im Jahr 2022 in die IDM Superbike 1000 zurück? Vor zwei Jahren hatte er sie als Gesamt-Zehnter in Richtung Endurance World Championship verlassen. „Ja, natürlich habe ich Interesse, sonst hätte ich den Job auf der Holzhauer-Honda gar nicht übernommen. Zum Schluss zählen aber auch die Optionen, die mir von beiden Seiten geboten werden.“