Es war ein Rennen wie es der Sieger Tom Booth-Amos am liebsten hat: spannend, tumultartiges und bis zur letzten Runde unvorhersehbar. Text: Rowena Hinzmann, Foto: Dino Eisele

Sie fuhren sich um Kopf und Kragen. Das zweite Rennen der IDM-Supersport 300 entpuppte sich bis zur letzten Sekunde als packender Thriller. Tom Booth-Amos (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki/ 25) ging wieder als Sieger hervor, aber das nur mit Hilfe von Ellbogeneinsatz, taktischen Windschattenmanövern und einem Quäntchen Glück.

Für Tom Booth-Amos war es ein Rennen wie er es sich zuvor gewünscht hatte: Mit viel Tumult an der Spitze, mit spannenden Duellen und engen Überholmanövern. Er war alles andere als einsam vorne. „Das Rennen war toll und es hat Spaß gemacht, mit meinen Gegnern zu kämpfen“, sagte der WM-Fahrer, der das Rennwochenende auf dem TT Circuit Assen lediglich zu Testzwecken nutzen wollte und deshalb als Gastfahrer angetreten war. „Ich denke, meine Teamkollegen konnten viel aus diesem Wochenende mitnehmen“, resümierte er.

Als Zweiter kam Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki/17) über die Ziellinie. Er holte das Maximum aus sich und der Maschine heraus, profitierte aber auch von Dirk Geigers Sturz in der letzten Runde: Der 19-jährige vom Freudenberg KTM WorldSSP Team wurde durch einen Bremsfehler des Gaststarters Oliver Svendsen ins Aus befördert. „Das war das bisher härteste Rennen, was ich je gefahren bin“, sagte der 17-Jährige im Parc Fermé. Siebdrath hatte versucht, sich nach dem Start an die Führenden Booth-Amos und Geiger zu hängen, fiel jedoch jedes Mal durch Überholmanöver innerhalb der Spitzengruppe nach hinten. Aber er behielt die Nerven und kämpfte sich immer wieder nach vorne. „So ein Rennen gibt es in einer Saison nur ein Mal“, war er sich sicher.

Micky Winkler (Kawasaki Weber-Motos Racing/19) biss sich ebenfalls durch und schaffte es auf Rang drei. Ein weiterer wertvoller Podiumsplatz für den 19-Jährigen, der bereits beim letzten IDM-Rennwochenende auf seiner Heimstrecke in Schleiz einen Platz auf dem Treppchen einfahren konnte. „Es war heute ein einziges Durcheinander und unfassbar spannend“, berichtete Winkler, der einfach nur froh war, dass er den Lauf heil überstanden hatte. Und weiter: „Aber es gibt uns eine extra Portion Motivation zu wissen, dass wir nicht weit von der Geschwindigkeit in der WM entfernt sind.“

Walid Khan (Freudenberg KTM WorldSSP Team/21) schaffte es auf Rang vier. Der KTM-Pilot ging von Position 13 ins Rennen und schob sich durch die teilweise elfköpfige Führungsgruppe an die Spitze heran. Ihm folgten der Deutsche Toni Erhard (Roto-Store BRT/20), Luca De Vleeschauwer (Freudenberg KTM WorldSSP Team/18), Twan Smits (Apreco/17), Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM WorldSSP Team/17) und Troy Beinlich (Roto-Store BRT/18) nacheinander über die Ziellinie. Der Ungar Balazs Suranyi (Hungarian Racing Engineering Team/15) komplettierte die Top 10.

Lennox Lehmann konnte wie Teamkollege Geiger sein Punktekonto nicht ausbauen. Er stürzte zur Mitte des Rennens über das Vorderrad ins niederländische Kiesbett.

 

IDM SSP 300, Rennen 2:

  1. Tom Booth-Amos (GB/Kawasaki)
  2. Marvin Siebdrath (DEU/Kawasaki)
  3. Micky Winkler (DEU/Kawasaki)
  4. Walid Khan (NLD/KTM)
  5. Toni Erhard (DEU/Kawasaki)
  6. Luca de Vleeschauwer (BEL/Kawasaki)
  7. Twan Smits (NLD/Yamaha)
  8. Leo Rammerstorfer (AUT/KTM)
  9. Troy Beinlich (DEU/Kawasaki)
  10. Bakazs Suranyi (HUN/Kawasaki)