Drei Nationen, zwei Marken, ein Sieg. Der zweifache IDM-Champion Ilya Mikhalchik aus der Ukraine hat wieder zugeschlagen. Text: Anke Wieczorek; Foto: Björn Gramm

Sechszehneinhalb Runden lag Markus Reiterberger im ersten IDM Superbike 1000-Lauf auf dem Schleizer Dreieck in Führung, dann schlug Ilya Mikhalchik zu und gewann das Rennen.

Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) gibt zu, kein Fan des Schleizer Dreiecks zu sein, was ihn aber nicht davon abhielt, zusammen mit Markus Reiterberger (BCC Racing) eine gigantische Show abzuziehen. 18 Runden blieb der Ukrainer im Windschatten des Bayern, studierte jede seiner Bewegungen und legte ihn sich für ein Überholmanöver zurecht. So lange quetschte Reiterberger alles aus der BMW S 1000 RR heraus. In der Seng, der tiefsten Stelle der Strecke, stellte er das Bike beim Anbremsen quer wie kein anderer Fahrer.

Der Kurs verlangt alles ab: bis zu 18% Gefälle und selbst in den Kurven stehen bis zu 240 km/h auf der Uhr. Reiti und Mikhalchik kamen teilweise im Parallelflug an den Zuschauern vorbei. Auf den Tribünen auf dem Buchhübel steppte der Bär. Und in der letzten Runde knackte Mikhalchik auf der neueren BMW M 1000 RR den deutschen Markenkollegen. Vielleicht lag es auch daran, dass Reiterberger einen anderen Reifen hätte nehmen sollen: „Auf dem SC0 habe ich mich im Training besser gefühlt.“ Um 15:20 Uhr gibt es für den 27-Jährigen die nächste Chance, seine IDM-Rückkehr mit einem Sieg zu feiern.

Bastien Mackels (Team SWPN) wurde Dritter und machte sein Ding für sich. Der Belgier hatte nach vorne und hinten Luft und verteidigte auf der YZF-R1M die Yamaha-Ehre.
Zwischen Luca Grünwald (Kiefer Racing Team), Julian Puffe (GERT56), Alex Polita (HRP Honda) und Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) tobte der Kampf um die nachfolgenden Plätze. Und auch hier gab es wieder ein richtiges Spektakel. Alt, der wegen des bürokratischen Verstoßes am Vortag vom 22. und damit letzten Patz starten musste, schaffte es tatsächlich, auf den vierten Rang nach vorn zu fahren. Lokalheld Puffe wurde Fünfter, während sein Teamkollege Toni Finsterbusch in seinem ersten Rennen nach der langwierigen Fußverletzung stürzte. Alex Polita beschaffte Honda als Sechster einen wertvollen Top Ten-Platz.

Luca Grünwald hatte auf P7 mit den Reifen daneben gegriffen und der Meisterschafts-Führende Dominic Schmitter (Hess Racing) wurde nur Zwölfter. Der Schweizer hatte schon im Vorfeld gemeint: „Die Top Drei sind hier für mich außer Reichweite. Ich weiß zwar, wie ich fahren müsste, beispielsweise beim Lastwechsel am Gas bleiben, aber ich mache es trotzdem zu. Es ist mir auch zu heikel, hier zu viel auszuprobieren, denn die Sturzräume sind nicht wie auf einer permanenten Rennstrecke.“ Aber so weit hinten hatte er sich auch nicht gesehen.

Übrigens schaffte es von den in der Königsklasse vertretenen Marken BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha mindestens ein Fahrer in die Top Ten.

1. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)
2. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
3. Bastien MACKELS (BEL/Yamaha)
4. Florian ALT (DEU/BMW)
5. Julian PUFFE (DEU/BMW)
6. Alessandro POLITA (ITA/Honda)
7. Luca GRÜNWALD (DEU/BMW)
8. Vladimir LEONOV (RUS/Yamaha)
9. Jan MOHR (AUT/BMW)
10. Valentin DEBISE (FRA/Kawasaki)