Es geht wieder los: Kevin Wahr hat nach nur kurzer Bedenkzeit wieder vier Rennwochenenden auf dem Zettel stehen. Sind auch jetzt wieder Siege möglich? Text und Foto: Anke Wieczorek

Ab der IDM-Veranstaltung in Schleiz (23. bis 25. Juli) übernimmt Kevin Wahr für den Rest der Saison 2021 die Yamaha des niederländischen MVR Racing-Teams. Der bisherige Fahrer Marc Buchner führt gesundheitliche Gründe für seinen Rückzug an.

Kevin Wahr gewann bei seinem Gastauftritt beim Hockenheim-Finale 2020 beide Rennen in der IDM Supersport 600 für MVR Racing, für eine komplette Saison 2021 fehlte ihm dann aber die Zeit. Erstens wurde er Vater einer Tochter. Zweitens fordert ihn sein Job im Familienbetrieb immer mehr. Das Unternehmen ist ein regionaler Energielieferant, unter anderem für Heizöl, Pellets und Kraftstoffe.

Der Kontakt zu Teamchef Mart van Roij riss aber nicht ab und Wahr konnte dem Angebot und der Versuchung, jetzt doch noch ein paar Rennen zu absolvieren, nicht widerstehen. Er sagt: „Vier Wochenenden, die kriege ich hin.“ Der 32-jährige Nagolder räumt jedoch ein: „Das wird nicht einfach bei der aktuellen Konkurrenz, die sich außerdem schon warmgefahren hat. Wir trainieren deshalb vorher in Assen und schauen, ob die Hebel alle stimmen und einfach auch, um ein paar Meter zu machen.“ Seit dem IDM-Finale im vergangenen Jahr hat Wahr auf keinem Rennmotorrad mehr gesessen. „Das einzige, was ich auf zwei Rädern bewegt habe, ist mein E-Bike mit dem Fahrradanhänger mit meiner Tochter dahinter.“
Dass Wahr sein Licht gern unter den Scheffel stellt, ist bekannt. Das war auch bei seinem Doppelsieg in Hockenheim so. Der Meister von 2013 ist bei seinen reduzierten Auftritten wie Überraschungs-Ei. Man weiß nicht, was kommt.

Marc Buchner hat nach dem verkorksten Saisonauftakt den Stecker bei MVR Racing gezogen. „Ich habe mir im Winter beim Training in Ledenon die Schulter ausgekugelt. Seitdem habe ich damit Probleme und auch noch Nackenschmerzen bekommen. Das Level in der IDM Supersport 600 ist extrem hoch und ich verfüge nur über 70 Prozent meiner Leistungsfähigkeit. Unter diesen Umständen macht es keinen Sinn, einfach so weiter zu fahren. Es ist auch nicht bekannt, wie lange ich aussetzen muss. Ich weiß nur, dass ich zu früh und zu schnell wieder aufs Motorrad gestiegen bin.“