Vollgas in Spanien. Das Wilbers-BMW-Racing-Team ist mit zwei unterschiedlichen Motorrädern in den Süden gereist. Text: Anke Wieczorek, Fotos: Wilbers-BMW-Racing

Das Wilbers-BMW-Racing-Team ist seit sechs Tagen auf Test-Tour in Spanien. Für IDM Superbike 1000-Titelkandidat Florian Alt hat die Crew das neue Superbike BMW M 1000 RR im Gepäck. Nachwuchshoffnung Marco Fetz fährt mit der Variante S 1000 RR.

Florian Alt ist im Team eine sichere Bank. Bei seinen drei Auftritten für das Wilbers-BMW-Racing-Team im vergangenen Jahr stieg er jedes Mal zuverlässig aufs Siegerpodest. Damals als Pilot der S 1000 RR, die jetzt an Marco Fetz weitergegeben wurde. Alt soll nun mit der brandneuen M 1000 RR punkten und um den Titel in der IDM-Königsklasse kämpfen. Das Superbike wurde erst diese Woche von den Lesern der Zeitschrift „MOTORRAD“ zum Motorrad des Jahres gewählt.

Alt war bei der ersten Teststation, dem Motorland Aragón bei Alcañiz, von der Maschine begeistert. „Anderthalb Tage lang war aber so viel Öl auf der Strecke, dass wir nicht das ganze Pensum geschafft haben, dass wir uns vorgenommen hatten, aber insgesamt lief es doch besser als wir dachten“, berichtet Burkhard Stember, der Technikchef von Wilbers-BMW. Zwar hätte die Crew die besten Teile gerne noch einmal zusammengesteckt und Alt mit dem Pirelli-Slick SC01 eine Referenzrunde in den Asphalt gedrückt, aber ein Teilnehmer aus einer anderen Gruppe hatte infolge eines Motorschadens die Strecke verunreinigt.

„Wir haben jetzt noch viel zu tun“, so Stember, „die Elektronik der M 1000 RR ist umfangreicher und auch die Umlenkung ist anders. Für den Einsatz in der M RR wurde die Hebelkinematik gegenüber der RR erheblich verändert. Die Verstellstrebe der RR (Länge 87,5 mm) wurde bei der M RR durch eine aus Aluminium-Vollmaterial gefräste Exzenterstrebe mit 78 mm Ausgangslänge ersetzt. Neu ist hier die Möglichkeit zur Längeneinstellung in einem Bereich von 6 mm.

Den darauffolgenden Test in Valencia musste Team-Neuzugang Marco Fetz ohne seinen Superbike-Kollegen Florian Alt durchziehen. Der 24-jährige Nümbrechter ging in der Zwischenzeit seinen Verpflichtungen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nach. Fetz erfüllte seine Solo-Rolle perfekt. Obwohl er den Circuit Ricardo Tormo bislang nur von der Playstation kannte, gelang dem 21-jährige Bayern aus Kleinbreitenbronn eine Topzeit von 1:36,6 min und handelte sich damit Respekt ein. Fetz ließ den ebenfalls anwesenden Bastien Mackels um eine Zehntelsekunde hinter sich. Bei einem Sprintrennen am heutigen Mittwoch lag zwar Mackels in führender Position, aber Fetz setzte ihn vier Runden lang unter Druck, bevor der Belgier mit einem Highsider seinen Platz verließ.

Stember ist positiv überrascht von dem Junior. „Er ist clever und wir können gut mit ihm arbeiten.“ Stember kann sich gut vorstellen, dass aus Fetz ein Siegfahrer der Zukunft wird.

Für das Team geht die Reise nun weiter nach Barcelona. Der Circuit de Barcelona-Catalunya befindet sich exakt im katalanischen Montmeló und ist circa 25 Kilometer nördlich von der Millionenmetropole entfernt. Auf dem Grand-Prix-Kurs wird ab Freitag getestet. In Barcelona stößt auch Florian Alt wieder zum Team.