Es kann losgehen. "Spider"-Martin Vugrinec bereitet sich auf die Titeljagd vor. Ein neuer Hauptsponsor verleiht ihm Rückenwind. Text: Anke Wieczorek, Fotos: ferQuest Unior Racing Team

„Spider“-Martin Vugrinec hat klare Ziele. In diesem Jahr will er endlich den Titel in der IDM Supersport 600 gewinnen. Mit einem neuen Hauptsponsor im Rücken trainiert der 21-jährige Yamaha-Fahrer vom ferQuest Unior Racing Team jetzt schon in Spanien.

Es hat ihn schwer gewurmt, 2020 den Supersport-Titel nicht geholt zu haben. „Ja, das hat mich sehr geärgert“, blickt der in Bochum lebende Kroate zurück. „Unglück und Pech kamen beide zusammen, aber die Stürze habe ich selbst zu verantworten. Theoretisch hätte ich den Titel verdient gehabt, aber es ist nicht so gekommen.“ Vugrinec war der einzige Fahrer in seiner Klasse, der in den acht Saisonrennen drei Siege erringen konnte. Dem gegenüber standen zwei Läufe, aus denen er keine Punkte mitnehmen konnte. Den Titelkampf verlor er letztlich auf Grund seines Sturzes im ersten Lauf beim Hockenheim-Finale.
Demzufolge geht Vugrinec als Vizemeister von 2020 in die bevorstehende Saison. Im Jahr zuvor war er Gesamt-Dritter geworden. Jetzt fehlt wirklich nur der Titel. Seit heute ist der Kroate, der über beste deutsche Sprachkenntnisse verfügt, im spanischen Calafat am Trainieren. „Wir bleiben vier Tage hier, dann geht es weiter nach Aragón, später nach Rijeka und zum Schluss auf den Pannoniaring“, gibt Vugrinec Auskunft. Er schätzt, in etwa anderthalb Monaten wieder in Bochum zu sein. Je nachdem, wie sich die Quarantäne-Bestimmungen bis dahin gestalten.
Das Corona-Virus kennt seine Familie inzwischen aus eigener Erfahrung. Im September erwischte es Martin und Vater Ivica auf einen Schlag. Während der Junior drei Tage energielos und neben der Spur lief, hatte sein Vater wesentlich schwerer damit zu kämpfen.

Der Traum von „Spider“-Martin, wie er unter Kollegen wegen seines Spinnen-Dekors auf Motorrad und Helm genannt wird, erstreckt sich nicht nur auf die Erlangung des IDM Supersport 600-Titels, sondern geht noch eine Stufe höher. „Ich möchte in der Weltmeisterschaft starten.“ Und Vugrinec sagt ganz klar: „Ich fahre keine Rennen, um nur daran teilzunehmen, sondern um zu gewinnen.“ Für den Supersport-WM-Lauf in Assen hatte er eine Wildcard beantragt. Doch der ursprüngliche Termin wurde verschoben und fällt jetzt ausgerechnet auf das IDM-Wochenende auf dem Schleizer Dreieck.

Zunächst will Vugrinec aber überprüfen, ob er noch so schnell wie im vergangenen Jahr auf der IDM-Yamaha ist – oder schneller. Er hat sein Trainingsmotorrad mit nach Spanien genommen. Seine YZF-R6 von 2020 für die Rennen sind zu Hause geblieben und werden geschont. Vugrinec, der in Deutschland lebt, weil es in Kroatien nicht genug finanzielle Mittel und zu wenig Interesse am Motorsport gibt, setzt nichts aufs Spiel.