Der bereits WM-erprobte Dominic Schmitter ist immer besser ins Rollen gekommen und macht im Team Hess Racing eine Kampfansage in Richtung der Gegner. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Die Verhandlungen haben sich über Monate erstreckt, doch nun ist es Gewissheit: Dominic Schmitter wird auch 2021 für Hess Racing eine Yamaha in der IDM Superbike 1000 fahren. Der 26-jährige Schweizer sei bereit für die Rolle des Titelkandidaten, lässt er wissen. Er habe dafür gute Gründe.

„Ich war Gesamt-Dritter in der Meisterschaft und der einzige, der Jonas Folger 2020 eine Pole Position abgeknapst hat“, blickt Schmitter zurück. Beim Hockenheim-Finale hatte er im Training die Bestzeit vorgelegt und dabei den Zweitschnellsten Vladimir Leonov um 0,911 Sekunden hinter sich gelassen. Der bereits vorzeitig feststehende Meister Jonas Folger, der alle Rennen gewann, startete in Hockenheim aus der zweiten Reihe.

Der Wechsel des überragenden Bayern in die Superbike-WM wird für neue Verhältnisse in der IDM Superbike 1000 sorgen. „Mit fünf Sekunden Rückstand im Rennen war ich so nah wie sonst kein anderer Gegner hinter Folger“, weiß Schmitter, der daraus schließt: „Natürlich macht mich das zum Titelkandidaten.“

Wenn zu Beginn der kurzen Saison alles gepasst hätte, wäre für ihn 2020 vielleicht schon der Vizetitel drin gewesen, glaubt der ehrgeizige Yamaha YZF-R1M-Fahrer, der in Altstätten, einer gepflegten 11.000 Einwohner-Kleinstadt im Kanton St. Gallen in der Ostschweiz, lebt. „Aber das Motorrad ist ein paar Mal ausgegangen, dadurch bin ich unsicher geworden. In Assen ist es auch passiert und Florian Alt wäre beinahe voll in mich reingekracht. Aber dank seiner enorm schnellen Reaktion und seiner Professionalität ist nichts passiert.“ Das Team um Chef Konrad Hess baute anschließend ein komplett neues Motorrad für Schmitter auf. Trotz aller Umstände errang der Schweizer mit der Startnummer „9“ in allen Rennen Top Ten-Platzierungen und kassierte dabei drei Mal Punkte für Podiumsränge.

2021 wird Schmitter der einzige Superbiker bei Hess Racing sein. Jan Mohr ist nicht mehr dabei, dafür hat Marcel Brenner bei den 600ern angedockt. „Für jeden Fahrer gibt es eine eigene Mannschaft“, weiß Schmitter, „und wir werden auch separate Boxen haben.“

Für März ist die Teilnahme am offiziellen IDM-Test in Spanien geplant. „Ich hoffe, dass es stattfindet und nicht der Corona-Situation zum Opfer fällt. In der IDM geht es immer weiter bergauf. Eine Serie, die am Boden lag, wieder so aufzupäppeln ist extrem schwierig, deshalb gilt den Beteiligten mein höchster Respekt. Die Meisterschaft ist eine großartige und international beachtete Sache geworden.““