Man kennt sich aus dem Yamaha-Cup: Jetzt ziehen Leon Langstädtler und Christof "Fifty" Höfer nicht gegeneinander, sondern miteinander am gleichen Strang. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Wilbers-BMW, Team

Menschlich gesehen sind sie ein Dream-Team. Christof „Fifty“ Höfer und Leon Langstädtler verbindet seit der gemeinsamen Zeit im Yamaha-Cup eine Freundschaft. 2021 geht es zusammen in die IDM Superbike 1000. Langstädtler will, dass der Knoten bei ihm in der Topklasse platzt. Was ist der Plan? Höfer hat innerhalb seiner „F73-Academy“ ein eigenes, heimisches Rennteam in Kooperation mit den Langstädtlers aufgebaut. Am Kabel ziehen Leon Langstädtler, aber auch Höfer selbst. Es geht rund in der IDM Superbike-Szene.

Zur Erinnerung: Höfer gewann 2019 den BMW Motorrad BoxerCup auf der R nineT racer. Nur eine Woche später kam der Titel des Reinoldus Langstreckencups hinzu.

Wer ist „Fifty“, den man von weitem hört, der viel zu erzählen hat und extrem polarisiert, sonst noch? Er ist vor allem einer, der sich durchgeboxt hat und für seinen Traum Rennen zu fahren, zuerst schwer an sich selbst gearbeitet hat. Er bekämpfte sein Übergewicht und schaffte es, mehr als 60 kg abzunehmen. Der Stand: 90 Kilogramm verteilt auf 187 Zentimeter Körpergröße. Und zehn Jahre nachdem er das erste Mal auf dem Motorrad saß, hatte er sich 2017 mit dem Gesamtsieg im Suzuki GSXR-1000 Cup seinen Traum erfüllt.

In der IDM Superbike 1000 fuhr Höfer auch schon. Er ergänzte 2018 das Favoritenteam alpha Racing-Van Zon-BMW, musste die Saison wegen eines Schulterblattbruches aber vorzeitig beenden.
Dass er 2020 von der Bildfläche verschwand, war laut Höfer Absicht. Er habe die Zeit gebraucht, um seine Selbstständigkeit mit der Fifty73-Academy aufzubauen, in der er als Coach und Instruktor jungen Talenten unter die Arme greifen will. Wöchentlich finden Pitbike-Veranstaltungen statt. „Mein Idol ist Valentino Rossi mit der VR46-Academy“, sagt er selbstbewusst. „Aber ich habe selbst auch noch Bock aufs Fahren, der alte Mann ist noch heiß“, fügt der 30-Jährige aus dem hessischen Reiskirchen grinsend hinzu.

„Mit dem Rennteam möchte ich jungen Fahrern eine Plattform bieten“, erzählt er weiter. Academy-Sprössling Leon Langstädtler will sich in einer festen und konstanten Struktur entwickeln. Auch er ist kein Unbekannter. Der 22-Jährige aus Idstein ist der Suzuki-Cup-Vize von 2018. Er wagt 2021 einen neuen Anlauf in der IDM Superbike 1000. Höfer soll ihn fördern. Auch wenn dieser in der IDM-Topklasse nicht um den Titel kämpft, kann er Tipps geben.

Gefahren wird auf BMW. „Ich bin bei GERT56 in der Langstrecken-WM auf der S 1000 RR gefahren bin danach immer bei BMW geblieben. Die Markentreue ist mir wichtig“, so Höfer.

Das Rennteam wird F73 Academy / Werk2 by MCA heißen. Es ist eine Kooperation zwischen Höfer und den Langstädtlers. Leons Vater ist Firmeninhaber von Werk2. MCA steht für das Motorradcenter Altendiez, das die BMW´s liefert und unterstützt. Die Crew wird in der IDM Superbike 1000 als Satellitenteam von GERT56 an den Start gehen.