Ilya Mikhalchik holte bereits zwei IDM Superbike 1000-Titel für BMW und bleibt auch weiterhin am Ball. Rennfahren ist sein Beruf. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele/IDM 2020

Ilya Mikhalchik ist der Star im Team EGS-alpha-Van Zon-BMW. 2017 und 2018 bescherte er BMW und seiner Mannschaft auf der S1000 RR den Titelgewinn in der IDM Superbike 1000. In der vergangenen Saison fand der 24-jährige Ukrainer in Jonas Folger seinen Bezwinger in Deutschlands höchster Straßenrennsportklasse. Trotz seiner Erfolge ist für Mikhalchik ein Aufstieg in die Superbike-WM mit vielen Hürden verstellt. Wir haben ihn nach seinen jüngsten Zukunftsplänen gefragt.

Woran scheitert dein Aufstieg in die Superbike-WM, die dein erklärtes Ziel ist?
Ich kann es mir nicht leisten, mir einen Platz in der WSBK zu erkaufen. Ich muss den Aufstieg mit meinem Talent und meiner Reputation schaffen. Dabei hilft mir meine Herkunft aus der Ukraine, wo der professionelle Straßenrennsport noch einen langen Weg vor sich hat, nicht unbedingt weiter. Selbst Jonas Folger, der dieses Jahr in der IDM eine wirklich starke Performance an den Tag gelegt hat, hat keinen Platz im Yamaha-Werksteam in der Superbike-WM bekommen. Es ist nicht einfach, dort einen Fuß reinzukriegen.

Würdest Du für den Aufstieg auch einen Markenwechsel in Kauf nehmen?
Ich weiß nicht, ob das so schlau wäre. Ich bin aktuell dabei, wieder einen Vertrag im BMW Werksteam für die Endurance-WM zu erlangen. Warum sollte ich da jetzt den Hersteller wechseln?

Sehen wir Dich auch 2021 in der IDM?
Natürlich werde ich wieder IDM fahren. Die Britische Superbike Meisterschaft ist keine Option, denn sie unterscheidet sich sehr von dem, was wir gewöhnt sind. Abgesehen davon herrscht in der IDM ein extrem hohes Level und ich fühle mich wohl in der Serie.

Hast Du mit Teamchef Werner Daemen über die nächsten Schritte gesprochen? Was kann er Dir bieten?
Selbstverständlich reden wir miteinander. Ich habe ja bereits erwähnt, dass Werner mir wieder einen Platz mit offiziellem Support von BMW Deutschland in der IDM angeboten hat und auch im Werksteam in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Ich mache das alles nicht nur aus Spaß, es ist mein Beruf. Ich möchte mir keinen Platz in einem WSBK Satelliten-Team erkaufen. Das macht für mich keinen Sinn. Aber wenn ich einen guten Platz in einem Werksteam in der WSBK angeboten bekäme, dann würde ich den natürlich sofort annehmen.