Das war´s. Jonas Folger verabschiedet sich mit dem achten Sieg in Folge. Doch er musste diesmal dafür richtig arbeiten. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele/IDM 2020

Acht Siege in acht Rennen, das ist die Bilanz des neuen IDM-Champions Jonas Folger. Der Ex-MotoGP-Pilot dominierte die Topklasse des deutschen Motorradstraßenrennsports während der ganzen Saison. Obwohl er beim Hockenheim-Finale nicht von der Pole Position ins Rennen ging und sich auch beim Reverse-Grid vor dem zweiten Lauf mit der Yamaha YZF-R1M weiter hinten positionieren musste, blieb der 27-jährige Bayer vom Team Bonovo action by MGM Racing unschlagbar.


Toni Finsterbusch (GERT56, BMW) übernahm zunächst die Führung. Der Sachse wurde von Dominic Schmitter (Hess Racing, Yamaha) abgelöst. Aber auch der Schweizer blieb nicht lange an der Spitze: Folger hatte sich auf den Weg nach vorn gemacht und gewann das Rennen nach 18 Runden mit 4,242 Sekunden Vorsprung.

Hinter ihm setzten sich zwischenzeitlich auch Stefan Kerschbaumer (BMW Racing Team BMW), Ilya Mickhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW), Daniel Kartheininger (HPC-Power Suzuki) und Vladimir Leonov (EGS-alpha-Van Zon-BMW) in Szene. Leonov und Folger waren sich gleich am Anfang mit den Motorrädern in die Quere gekommen, wobei Leonov einen Schlenker machte und etliche Plätze verlor. Aber der Russe kämpfte sich hartnäckig zurück und wurde am Ende sogar noch Vierter hinter Folger, Schmitter und Ilya Mikhalchik.

Der zweifache IDM Superbike 1000-Meister aus der Ukraine hatte dieses Jahr bei sieben von acht Rennen auf das Podium steigen dürfen. Mikhalchik ist ein würdiger Vizemeister. Schmitter ist der Gesamt-Dritte und stieß im Finale noch Florian Alt vom Sockel, der am Wochenende nicht in Hockenheim war, sondern seinen Verpflichtungen in der Langstrecken-WM nachging.

Finsterbusch schied im Laufe des Rennens mit technischem Defekt aus. Eine starke Leistung lieferte Marc Moser ab. Er fuhr zu seinem mit Abstand besten Ergebnis der Saison und belegte die Plätze vier und sieben. Gleiches galt für Kerschbaumer auf den Wertungs-Plätzen sechs und fünf. Der Österreicher war bisher kaum in Erscheinung getreten und erst zum Schluss in Fahrt gekommen.

Nach dem zweiten Lauf jubelte erneut Kawasaki. Valentin Debise hatte im Weber-Motos Racing Team den Franzosen Erwan Nigon ersetzt. Dieser dürfte zu seinem heutigen 37. Geburtstag ein Gefühlschaos erleben: Nicht er, sondern sein Landsmann bescherte Kawasaki den einzigen Podiumsplatz in der Saison. Hätte Debise Punkte erhalten, hätte er am Wochenende sogar eine Ausbeute von 26 Zählern gehabt. Als Gastfahrer ging er leer aus. Nigons Bestwert lag 2020 bei 16 Punkten auf dem Sachsenring.

Alessandro Polita bescherte Honda im letzten Lauf noch einen Top Ten-Platz.

IDM Superbike 1000 Hockenheim, 2. Rennen
Ergebnis
Distanz: 18 Runden (3,692 Kilometer) = 66,456 km

1. Jonas Folger (Bonovo Action by MGM Racing) Yamaha in 26:23,303 Min. (153,199 km/h)
2. Dominic Schmitter (Hess Racing) Yamaha, +5,242 Sek
3. Ilya Mikhalchik (UKR, EGS-alpha-Van-Zon-BMW) BMW, +0,193 Sek.
4. Vladimir Leonov (UKR, EGS-alpha-Van-Zon-BMW) BMW, +14,226 Sek.
5. Stefan Kerschbaumer (AUT, BBC Racing Team) BMW, + 2.910 Sek.
6. Marc Moser (Bonovo Action by MGM Racing) Yamaha, +0,134 Sek.

Schnellste Runde: Folger in 1:26.758 Min. (153,199 km/h)