Marvin Siebdrath zählt zu den besten deutschen Fahrern in der IDM Supersport 300. Text: Dirk Johae; Fotos Dino Eisele/IDM 2020

Die Adventszeit bei den Siebdraths in Wildenfels war im Jahr 2009 ganz schön nervig. Schuld daran war der sechs Jahre alte Marvin. Der Spross hatte sich ein eigenes, kleines Motorrad in den Kopf gesetzt und ließ nicht locker. „ich habe meine Eltern solange genervt, bis ich zu Weihnachten mein erstes Pocketbike geschenkt bekam“, erinnert sich Marvin Siebdrath (16, Wildenfels, RT Motorsports by SKM-Kawasaki).

Gut elf Jahre später gehört das Talent aus Sachsen zu den besten Fahrern der IDM Supersport 300. Anfang September konnte er auf seiner Heimstrecke, dem Sachsenring, seinen ersten Rennsieg in der Nachwuchsklasse feiern. Zusammen mit Lennox Lehmann ist Siebdrath der beste deutsche Fahrer. Der 16 Jahre alte Gymnasiast ist eines der Aushängeschilder von RT Motorsports by SKM-Kawasaki, des Teams von Rob Vennegoor und Frank Krekeler.

Im Vorjahr stieg Siebdrath als fünfter Fahrer des Teams erst zur dritten von insgesamt sieben Veranstaltungen in die IDM ein. „Der Kontakt zum Team kam über Troy Beinlich zustande, der im vergangenen Jahr hier gefahren ist“, erzählt der 16-jährige Kawasaki-Fahrer. In der Meisterschaft schaffte er trotz insgesamt vier fehlender Rennen noch den Sprung unter die Top Ten und erkämpfte sich direkt hinter Beinlich den zehnten Platz.

Von seinem sehr professionell organisierten Team ist er immer noch begeistert: „Das passt alles, die Atmosphäre ist gut und es kümmert sich jeder um Dich“, schwärmt Siebdrath. Von seiner Familie begleitet ihn sein Großvater Gert. „Mein Vater ist in diesem Jahr beruflich so eingespannt, dass er nicht dabei sein kann“, so der Wildenfelser.

Marvin Siebdrath wechselte mitten in der Saison, weil er zuvor aus dem European Talent Cup (ETC) ausgestiegen war. Nach einer Saison im Prüstel-Team 2018 wechselte der Sachse in ein spanisches Team. Doch dort ging nichts vorwärts. So entschied er sich für den Wechsel in die IDM Supersport 300. „Das Motorrad passt besser für Fahrer, die wie ich etwas größer geraten sind“, sagt der 1,78 Meter große Nachwuchspilot und schickt hinterher: „Es verzeiht ziemlich viel.“ Wenn er sich auf den Geraden auf der Kawasaki Ninja 400 flach auf den Tank legt, sitzt er oben auf dem Höcker. „Kein Problem, das machen einige andere auch.“

In diesem Jahr ist die Leistungsdichte in der IDM-Nachwuchsklasse noch größer geworden. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass es in diesem Jahr etwas leichter ist“, meint der sächsische Youngster.
„Aber es ist ganz im Gegenteil noch viel schwerer geworden.“

Seine Gesamtplatzierung nimmt er nicht in den Fokus. „Ich schaue nur von Rennen zu Rennen“, so Siebdarth. Ein Platz unter den besten Fünf sollte am Ende möglichst rausspringen.

Ein Plan für die Fortsetzung der Karriere im nächsten Jahr steht noch nicht. Aber sein Berufsziel hat Marvin Siebdrath schon fest im Visier: „Ich möchte Lehrer für Physik und Sport werden.“