Corona hat viele Pläne durchkreuzt, Jonas Folger muss sich jetzt bei einem einzigen WM-Wilcard-Einsatz gut präsentieren. Ursprünglich waren mindestens drei geplant. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele/IDM 2020

Wenn Jonas Folger heute von der IDM-Runde auf dem Lausitzring abreist, hat er schon die nächste Destination fest im Blick. Am Dienstag geht sein Flieger nach Barcelona, der ihn zu seinem ersten Wildcard-Einsatz in der Superbike-WM bringt. Der 27-jährige Ex-MotoGP-Pilot dominiert derzeit in der IDM Superbike 1000 und will Deutschlands Top-Klasse als Sprungbrett für die Rückkehr auf die Weltbühne nutzen. Seine Zukunft sieht er nicht mehr in MotoGP, sondern in der Superbike-WM.

Wie der IDM-Einstieg ist auch die Superbike-WM komplettes Neuland für den Yamaha-Piloten. Er wird in Barcelona ein für ihn völlig neues Motorrad fahren. Es ist die Testmaschine des Yamaha-Werksteams, die ansonsten von Michael van der Mark für Probefahrten genutzt wird. Technisch unterscheidet sich die WM-Maschine erheblich von der IDM-Variante. Um sie für den Einsatz vorbereiten zu können, bekommen Folgers Mechaniker Christoph Schwarz und Sergio Sickau eine Schulung, wenn sie das Motorrad abholen.

Folgers Platzierung beim kommenden Lauf zur Superbike-WM auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya vom 18. bis 20. September wird entscheidend sein, wie es für ihn nach der IDM-Saison weitergeht. Jürgen Röder, Teamchef von Bonovo Action by MGM Racing, hofft, dass sich einige Teams für den Deutschen interessieren. Sollte sich der WM-Aufstieg wider Erwarten noch nicht ergeben, tendiert Folger zum Verbleib in der IDM. „Mir gefällt es hier brutal gut“, sagt der Bayer. „Das ganze Umfeld passt.“