Jetzt ist bei Tim Reeves wieder alles in Ordnung. Nach der Rullrunde beim Saisonauftakt holte er heute auf dem Lausitzring die volle Punktzahl. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele/IDM 2020

Es war ein Nerven aufreibendes Duell, was sich Tim Reeves und Markus Schlosser im ersten IDM Sidecar-Lauf auf dem Lausitzring lieferten. Reeves überzeugte mit einem ausgezeichneten Start von der zweiten Position. Polesetter Schlosser musste sich dahinter einreihen. In der fünften Runde meldete der Schweizer erstmals ein Überholmanöver beim achtfachen Weltmeister aus Großbritannien an. Doch Reeves kannte keine Gnade. Immer wenn Schlosser ansetzte, machte er die Linie zu. So ging das bis zum Schluss.

Als im letzten Umlauf auf der 4,534 Kilometer langen Strecke auch noch ein überrundeter Fahrer auftauchte, war der Fall dann endgültig erledigt für den Schweizer. Er kam 0,551 Sekunden hinter Reeves ins Ziel, der sich freute: „Das war knapp, aber es hat gereicht.“ Dass er im Qualifying nur Zweiter war, hatte den Multichampion nicht in Ruhe gelassen, obwohl er es sich äußerlich nicht anmerken ließ. Der erste IDM-Sieg in diesem Jahr tat dem 48-Jährigen aber sichtlich gut. Seine Nullrunde mit technischem Ausfall und einer Disqualifikation beim Saisonauftakt in Assen war nämlich auch gar nicht nicht nach seinem Geschmack gewesen.

Schlosser war etwas zerknirscht über den Ausgang des Rennens, meinte aber: „Reeves hat überall zugemacht, aber ich habe mich nicht sinnlos angelegt. Ich will ins Ziel kommen und nicht rausfliegen.“

Auch neun Sekunden weiter hinten ging es turbulent zu. Mike Roscher aus der 1000 cm³-Klasse, die im Feld der 600er mitfährt, aber getrennt gewertet wird, kreuzte die Linie von Josef Sattler. Der wiederum hatte seinen Bonovo action by MGM Racing-Teamkollegen Bennie Streuer vor sich. Der Niederländer hatte zwei Mal Schaltprobleme und beschleunigte nicht. Schlosser touchierte ihn. In dem ganzen Gewusel tauchte Pekka Päivärinta genau zu richtigen Augenblick auf. Der Finne steuerte sein Gespann durch das Gerangel hindurch und wurde Dritter.

Rennen 1, Sidecar 600 cm³
1. Tim Reeves/Kevin Rousseau (F), ARS Yamaha, 21:55,758 min
2. Markus Schlosser (CH)/Marcel Fries (CH), LCR Yamaha, 21:56,309 min
3. Pekka Päivärinta (FIN)/Emanuelle Clement (F), LCR Yamaha, 22:05,903 min

Rennen 1, Sidecar 1000 cm³
1. Mike Roscher (D)/Anna Burkard (CH), LCR BMW, 22:07,224 min
2. Helmut Lingen (D)/Michael Prudlik (D), LCR Suzuki, 23:18,444 min
3. Franz Kapeller (A)/Markus Billich (A), ASR Suzuki, 23:21,893 min