Wo Folger fährt, ist vorn. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele/IDM 2020

Jonas Folger hat sich umsonst Gedanken gemacht, Ilya Mikhalchik aber auch. Beide in unterschiedliche Richtungen, aber eben umsonst. Ex-MotoGP-Fahrer Folger (Bonovo action by MGM Racing) war auf der für ihn völlig unbekannten Strecke nämlich schon im ersten Zeittraining unschlagbar. Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) hoffte durch seine Streckenkenntnis aus den vergangenen zwei Jahren in der IDM Superbike 1000 etwas vorteilhafter abschneiden zu können. Folger distanzierte den Ukrainer aber immer noch um 0,635 Sekunden. Aber eines ist Fakt: Mikhalchik wird bei der Jagd auf Folger nicht locker lassen.

Der Bayer steht im ersten Rennen also auf der Pole Position und Mickhalchik auf dem zweiten Platz. Florian Alt, der sich erneut hervorragend in Szene setzte und hauchdünne 0,150 Sekunden hinter Mikhalchik blieb, komplettiert die erste Startreihe. Der Wilbers-BMW-Pilot gibt morgen schon seine diesjährige Abschiedsvorstellung. Beim Saisonfinale in Hockenheim fährt er nicht. Alt nimmt genau wie Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing) am 12-Stunden-Rennen in der Endurance-WM teil, die am gleichen Wochenende in Estoril stattfindet. Die beiden Fahrer haben sich längerfristig an WM-Teams in der Klasse gebunden. Nigon erreichte in der IDM mit dem vierten Platz sein bestes Trainingsresultat in diesem Jahr.

Vladimir Leonov (EGS-alpha-Van Zon-BMW) und Dominic Schmitter (Hess Racing, Yamaha) und Marc Moser (Bonovo action by MGM Racing), die sich auf den nächsten Startpositionen verteilen, dürfte es dann auch in der Gesamtwertung nach vorn spülen.

Wo bleibt Honda? Alessandro Polita (Honda Racing Promotion) parkt die neue Fireblade in der Startaufstellung auf dem 12. Platz. Julian Puffe ist auf dem 15. Rang. Durchschlagende Erfolgserlebnisse lassen auf sich warten. Puffe war als IDM Superbike-Vizemeister mit großen Ambitionen ins Team gekommen. Er sagt: „Wir kriegen das Motorrad nicht um die Ecke. Es gibt so viele kleine Sachen, aber wir wissen nicht, wo wir ansetzen sollen.“ Holzhauer bestätigt: „Beide Fahrer beklagen die gleichen Dinge. Sie können die Power des Motorrads bisher nicht umsetzen.
Alex kann das ein bisschen durch seine Erfahrung wettmachen, aber Julian ist noch zu frisch dabei. Wir müssen uns durchschaukeln. Kam, sah und siegte – das gibt es nicht mehr. Dafür sind Fahrer und Technik inzwischen zu gut. Aber nächstes Jahr sieht das bei uns auch wieder anders aus.“ Plant Holzhauer personelle Veränderungen? „Im Frühjahr werde ich ganz spontan meine Entscheidung treffen. Aber ich habe keinen Grund, Julian nicht weiter als Fahrer zu behalten. Ich weiß, dass er schnell fahren kann.“

Schnellster Suzuki-Fahrer ist diesmal Kevin Sieder (HPC-Power Suzuki). Der Österreicher war im ersten Zeittraining erstmals richtig in Erscheinung getreten. „Wir haben alles um 180 Grad gedreht. Gabel, Federbein, das komplette Fahrwerk. Das ist klasse“, war er begeistert. Der 21-Jährige hat am Lausitzring nach eigener Aussage einen Riesenschritt nach vorne gemacht.

Qualifying IDM Superbike 1000
1. Jonas Folger (D), Yamaha, 1:38,083 min
2. Ilya Mikhalchik (UKR), BMW, 1:38,718 min
3. Florian Alt (D), BMW, 1:38,868 min
4. Erwan Nigon (FR), Kawasaki, 1:39,576 min
5. Vladimir Leonov (RUS), BMW, 1:39,581 min
6. Dominic Schmitter (CHE), Yamaha, 1:39,662 min