Der 16-jährige Kawasaki-Pilot Harry Khouri ist motiviert für den Titelkampf in der IDM-Supersport 300.

Ein Australier erobert die IDM. Harry Khouri (AUS, 16, Benjan Racing Team) aus Richmond im Bundesstaat New South Wales hat die Spitze der Supersport 300 übernommen. Der Kawasaki-Fahrer folgt somit den Spuren von Vorjahresmeister Angelo Licciardi. Den Platz des Belgiers bei Benjan hat Khouri für diese Saison übernommen. Vor der dritten von insgesamt vier IDM-Veranstaltungen auf dem Lausitzring ist er der einzige Fahrer der IDM-Nachwuchsklasse mit zwei Rennerfolgen in dieser Saison.

IDM-Luft schnupperte Khouri schon im Vorjahr. Er bestritt die letzten beiden Veranstaltungen in Assen und auf dem Hockenheimring. Auf der holländischen WM-Strecke schaffte er auf Anhieb den Sprung aufs Podium. In seinem ersten IDM-Rennen sorgte er als Dritter für Aufsehen. Pech hatte die Aussie aber in Hockenheim: Von einem Sturz nahm er einen gebrochenen Arm als schmerzliches Souvenir mit nach Down Under.

Der Kontakt zu Benjan Racing kam über einen Mechaniker Khouris zustande. „Er kennt das Team schon seit vielen Jahren“, berichtet der Australier. Mit seinen Gaststarts konnte Khouri das Meisterteam überzeugen und so übernahm er den IDM-Fahrerplatz für diese Saison.

In seiner Heimat beherrscht Khouri seit Ende Februar die 300er-Klasse im Rahmen der australischen Superbike-Meisterschaft. Er gewann alle drei bisher ausgetragenen Läufe. Meister ist er aber noch nicht. „Durch Corona wurden alle weiteren Veranstaltungen abgesagt und wir wissen bis jetzt nicht, wie es weitergeht“, schildert er. Außerdem waren zwei Wildcard-Einsätze in der Supersport-300-WM geplant, die durch die Pandemie ebenfalls ins Wasser fielen.

Aus seinen Einsätzen in Australien bringt Khouri harte Zweikampferfahrung mit. „Dort gibt es viele Kamikaze-Aktionen und überholt wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit“, schildert er die Situation in seiner Heimat. “In der IDM gibt es ja auch viele Positionskämpfe und Überholmanöver, aber nicht so, dass man die Gegner dabei behindert“. Der 16-jährige Kawasaki-Fahrer ergänzt: „Aber der Wettbewerb in der IDM ist verdammt hart und kommt der Supersport-300-WM ziemlich nah“.

Für seine IDM-Einsätze ist er zusammen mit seiner Mutter Louise in den Norden Hollands gezogen. „Dort hat eines Teammitglieder ein Haus“, erzählt Khouri. „Dort wohnen wir jetzt dort sehr schön an einem kleinen Fluss“. Perfekt, um sich die Zeit mit Paddeltouren im Kajak zu vertreiben. Fit hält sich der kleine Australier vor allem mit Rennradfahren. Laufen mag der 16-Jährige übrigens nicht gerne, auch wenn es ebenfalls zu seinem Fitnessprogramm gehört.