Zuerst geführt und dann Dritter geworden. Jonas Folger (#4) wie auch Marc Moser (#32) haben es in Magny-Cours nicht übertrieben. Die IDM ist wichtiger. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Bonovo action powered by MGM

Die schwarz-weiß-karierte Flagge ist für sie zum ersten Mal in diesem Jahr gefallen. Die IDM-Superbiker Jonas Folger und Marc Moser nahmen als Gastfahrer an der französischen Meisterschaft teil. Die Generalprobe vor dem IDM-Auftakt in zwei Wochen ist gelungen. Folger erntete in Magny-Cours zwei dritte Plätze und Moser platzierte sich in beiden Rennen in den Top Ten der Superbike-Wertung.

Das Team Bonovo Action powered by MGM betrachtete die Teilnahme der beiden Yamaha-Piloten als Test. Superbike-Neuling Folger konnte sich im Training mit seiner schnellsten Rundenzeit von 1:38,927 Minuten gleich den zweiten Startplatz sichern. Im beiden Läufen führte er das Feld an, bevor er sich einen 16 Runden langen Kampf mit den französischen Gegnern Valentin Debise (Kawasaki), der beide Läufe gewann, und dem Zweitplatzierten Mathieu Gines (Yamaha), lieferte. Es handelte sich um keine Unbekannten. Debise ist jahrelang Grand-Prix-Rennen gefahren. Gines wurde 2016 Gesamt-Dritter in der IDM Superbike 1000 und im vergangenen Jahr französischer Langstreckenmeister. Die starken Einheimischen hatten sich letztlich abgesetzt.

Dass Superbike-Rookie Folger, der diesmal die Startnummer „4“ hatte, auf der für ihn unbekannten Rennstrecke zwei Mal aufs Podium fuhr, ist bemerkenswert. „Der Unterschied zur IDM waren die verschiedenen Reifenhersteller. Und die anderen Fahrer konnten hier bereits mehrere Tage testen. Dagegen hatten wir wegen des neuen Asphalts noch Schwierigkeiten, das Fahrwerk mit dem richtigen Reifen abzustimmen. Man konnte es in den Rennen sehen: am Anfang war ich immer vorne dabei und sogar kurzzeitig in Führung. Etwa zur Halbzeit wurde es dann schwieriger, dem Tempo der anderen zu folgen. Daran müssen wir noch arbeiten“, weiß Folger.

Auch Moser hatte so gut wie keine Vorkenntnisse auf der Strecke. „Ich bin zuletzt vor drei Jahren hier gefahren mit komplett anderen Reifen“, erinnert er sich. Außerdem machte dem Yamaha YZF-R1M-Piloten die Hitze zu schaffen. „Am Freitag war es so heiß, dass ich kaum ein Gefühl für das Motorrad aufbauen konnte. Also ging uns der Tag verloren. Am Samstag war alles in Ordnung.“ Der siebte Platz im ersten Rennen ging für den 27-Jährigen in Ordnung. Der zehnte Platz im zweiten Rennen war überhaupt nicht nach seinem Geschmack. „Auf der Strecke war eine riesige Ölspur, der ich am Anfang nicht getraut habe“, erklärt er seine anfängliche Zurückhaltung. Generell bin ich aber ohnehin weniger Risiko eingegangen als in der IDM, da ich mich ja nicht verletzen wollte. Fakt ist, dass wir das Motorrad auf jeden Fall noch einen Schritt nach vorne gebracht haben.“