Italienisches Blut trifft auf ukrainisches Kämpferherz: Angelo Licciardi und Ilya Mikhalchik sind jetzt keine Gegner mehr, sondern Verbündete. Text: Anke Wieczorek; Foto: Licciardi, privat

Was haben Angelo Licciardi und Ilya Mikhalchik gemeinsam? Beide sind 2015 in der Superstock 600-EM und ein Jahr später in der Supersport-Weltmeisterschaft an den Start gegangen. Während der Belgier dort sporadisch auf seiner Kawasaki auftauchte und punktelos blieb, ging der Ukrainer auf dem 15. Platz in der Gesamtwertung in die Geschichte ein. Jetzt sind die beiden wieder vereint und trainieren gemeinsam für den Erfolg, wenn auch der eine in der IDM Supersport 600 und der andere in der IDM Superbike 1000.

Es ist höllisch laut, als Angelo Licciardi und Ilya Mikhalchik in der Halle mit Pitbikes um die Wette fahren. Beiden ist anzumerken, dass sie das nicht zum ersten Mal machen. Sie pushen sich hoch und haben das Messer zwischen den Zähnen. Zum Schluss ist der 23-jährige Licciardi einen Wimpernschlag als der gleichaltrige zweifache IDM Superbike 1000-Champion. Beim nächsten Mal könnte der Wettkampf auch anders ausgehen. Bis zu dreimal pro Woche treffen sich die Beiden, um gemeinsam zu trainieren. Jetzt, wo Mikhalchik seine Zelte für die nächsten Wochen in Belgien aufgeschlagen hat und Licciardi nur zehn Minuten bis zu seinem Hotel braucht, bietet sich das an. „Außerdem sind wir befreundet“, erklärt Licciardi.

Während Mikhalchik im Team EGS-Alpha-Van Zon-BMW den IDM Superbike 1000-Titel verteidigen will, ist Licciardi als IDM Supersport 300-Gewinner von 2019 in die 600 cm³-Klasse aufgestiegen und dort ein Neuling. Obwohl die Saison nur vier Veranstaltungen umfasst, ist der ZX-6R-Fahrer von Kawasaki Weber Motos Racing heilfroh, wieder Rennen fahren zu können. „Das ist besser als gar nichts. Alle Fahrer sind glücklich und haben sich gefreut, dass die IDM stattfindet. Was ich von meinem Einstand in der Superport 600-Klasse erwarte, kann ich gar nicht sagen. Das Feld ist stark besetzt, aber in meiner ersten Saison unter die Top Ten zu kommen, ist schon mein Ziel.“ Wie der Name schon sagt, steckt in Licciardi zu 100 Prozent italienisches Temperament. Das kann durchaus hilfreich sein.