Weggefährte Stefan Bradl sieht Jonas Folger als Titelfavoriten in der IDM Superbike 1000. Zuletzt wurde unter der Beteiligung von Stargästen getestet. Text: Dirk Johae; Fotos: Bonovo Action powered by MGM Racing/Wiessmann

Bei einem privaten Testtag des Teams Bonovo Action powered by MGM Racing in der MotorsportArena Oschersleben versammelten sich erst kürzlich zwölf Weltmeistertitel. Neben dem achtfachen Sidecar-Weltmeister Tim Reeves (Großbritannien) und Ex-Sidecar-Weltmeister Bennie Streuer (Niederlande) trafen sich der zweifache Weltmeister Sandro Cortese, Langstrecken-Weltmeister und aktueller IDM-Pilot Erwan Nigon (Frankreich) und Honda-MotoGP-Testfahrer Stefan Bradl.

Außerdem nutzte Ex-MotoGP-Spitzenfahrer und IDM Superbike 1000-Neuling Jonas Folger den Bonovo Action Track Day, um seine Yamaha YZF R1-M erneut zu testen. Für das einmalige Gipfeltreffen der deutschen Topfahrer sorgte das neue IDM-Team von Jürgen Röder und Michael Galinski mit der Unterstützung von IDM-Paddock-Talker und Rennkommentator Edgar Mielke.
Zu Folgers Renn-Comeback meinte Sandro Cortese im IDM-Paddock-Talk: „Jeder hat Jonas vermisst. Es sieht so aus, als wäre er nie weggewesen.“ Stefan Bradl ergänzte im Interview mit Edgar Mielke: „Es ist der richtige Weg für ihn.“ Doch der Ex-MotoGP-Fahrer weiß auch, welcher Druck auf seinem ehemaligen WM-Konkurrenten lasten: „Jeder erwartet, dass er die IDM gewinnt.“ Der Fernsehexperte von Servus TV ist optimistisch: „Wenn das Umfeld passt und er sich wohlfühlt, kann er das auch abrufen.“ Neben dem IDM-Titel will Jonas Folger auch 2020 in der Superbike-WM mit Wildcard-Einsätzen auf sich aufmerksam machen.

Bereits zum dritten Mal testete Folger die Yamaha in Oschersleben. „Heute ging es um die Feinabstimmung der Elektronik und ums Fahrwerk“, berichtete Folger. Auch seine beiden Teamkollegen Marc Moser und Maximilian Weihe nutzten den Test unter optimalen Bedingungen, um sich weiter auf die IDM-Saison einzuschießen. Während Weihe in der stark besetzten IDM Superbike ein weiteres Lehrjahr bevorsteht, freut sich Teammanager Michael Galinski über die Entwicklung von Marc Moser: „Er blüht überall auf und möchte in Richtung Podium.“ Im Windschatten des Trubels um seinen Teamkollegen Jonas Folger kann sich Moser auf seine Einsätze konzentrieren. Der 26-Jährige startet wie Weihe in sein zweites Jahr für MGM.

Auf der Rennstrecke traf Folger auf den aktuellen Superbike-WM-Fahrer Sandro Cortese auf Kawasaki und HRC-Testfahrer Stefan Bradl auf Honda. „Das hat natürlich Spaß gemacht“, sagte der Bayer zum Treffen mit den Weggefährten. Während er den Test nutzte, um mit dem Team weiter an seiner eigenen IDM-Yamaha zu arbeiten, kamen Cortese und Bradl mit vielen wichtigen Aussagen über die IDM-Superbikes der Konkurrenz zurück in die Boxengarage.

Auf der Kawasaki vom IDM-Team Weber Motos, die Technikchef Kurt Stückle eigens für Corteses Einsatz vorbereitet hatte, drehte Cortese über 80 Runden. „Wir konnten heute viel ausprobieren“, fasste der 30-Jährige zusammen. Auch Carsten Haufe von Kawasaki Motors Europe war mit der Arbeit von Cortese zufrieden: „Wir haben heute interessanten Input bekommen.“ Haufe ergänzte: „Wir konnten Vergleiche zwischen Sandro Cortese und dem Langstreckenweltmeister Erwan Nigon ziehen.“