Josef "Sepp" Sattler hat momentan kein Glück. Sein Passagier Jeroen Remmé hat eine Entzündung im Ellbogen. Björn Bosch half Sattler als Vertretung für Remmé kurzfristig aus der Klemme, aber das ist keine Dauerlösung. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Bonovo action powered by MGM Racing

Während die Gespanne mit Tim Reeves/Kevin Rousseau und Bennie Streuer/Ilse de Haas die ersten Testerfolge im Bonovo action powered by MGM Racing Teams verbuchen können, steckt Josef „Sepp“ Sattler in der Klemme. Er braucht dringend einen Beifahrer für die bevorstehende Sidecar-Saison in der IDM und WM.

Schlimmer konnte es nicht kommen. Anderthalb Tage, bevor das komplette Team in dieser Woche zum Testen nach Assen wollte, klingelte das Telefon bei Sattler in tiefen Bayern. Am anderen Ende: Jeroen Remmé, sein Beifahrer. Eine alte Wunde hatte sich gemeldet. Die Eisenplatte, die dem Niederländer vor Monaten infolge eines Unfalls eingesetzt worden war, hat eine schwere Entzündung im Ellbogen verursacht. Es sieht derzeit nicht so aus, als ob Remmé so schnell wieder ins Boot steigen kann.

In Assen sprang kurzfristig Björn Bosch ein. Das war nicht einfach. „Weil Björn in diesem Jahr pausiert, hat er natürlich keine Lizenz gelöst. Ohne geht es aber nicht. Weil zum Glück jeder irgendjemanden kennt, der einen kennt, hat es aber noch geklappt“, erzählt Sattler. „Björn war sehr hilfreich beim Testen, aber es bleibt bei diesem einen Mal“, weiß Sattler. „Ich bin jetzt auf der Suche nach einem richtig guten Beifahrer und brauche dringend Ersatz für 2020. Wir müssen alle Rennen in zwei Monaten abspulen.“

Vom 14. bis 16. August findet auf dem TT Circuit in Assen der IDM-Auftakt statt. Vom 4. bis 6. September ist der erste Weltmeisterschaftslauf im kroatischen Rijeka angesetzt. Bis dahin sollten die drei Gespanne des Bonovo action powered by MGM Racing Teams konkurrenzfähig sein.

Bei Bennie Streuer/Ilse de Haas ist alles im grünen Bereich. Der Sidecar-Weltmeister von 2015 und IDM-Champion von 2016 drehte mit seiner Lebensgefährtin in Assen etliche Runden und Streuer ist der Überzeugung, „dass nach kleineren Veränderungen am Mapping und am Chassis jetzt alles perfekt für das erste IDM-Rennen auf unserer Heimstrecke ist.“ Der 36-jährige Streuer will gewinnen und am liebsten noch einmal Weltmeister werden.

Wenn da nicht auch noch Multi-Weltmeister und IDM Sidecar-Champion Tim Reeves im eigenen Team wäre. Auch der Brite kann nicht über die derzeitige Form klagen. „Aufgrund des Corona-Virus steckte unser Daten-Ingenieur leider noch in England fest, also hatten wir mit einigen Dingen zu kämpfen. Aber abgesehen davon war es gut in Assen. Die Vorbereitung auf die erste IDM-Runde hier passt. Wir waren schnell genug, Bennie war auch flott unterwegs, es war also ein ordentlicher Test“, fasst der Titelverteidiger zusammen.

Sattler hinkt jetzt hinterher. Nach dem Februar-Test in Spanien sah die Welt noch anders aus. Mit Jeroen Remmé schien der optimale Partner als Passagier gefunden zu sein. „Wir haben uns in Cartagena optimal verstanden und er ist beim Fahren echt schmerzfrei.“ Da sich das Motorrad noch im Aufbaumodus befindet, muss in den nächsten Tagen viel passieren. „Am 22. Juli werden wir das Ganze dann erneut bei einem weiteren Test in Oschersleben in Angriff nehmen.“