Die IDM ist nicht zu bremsen. In der Königsklasse Superbike 1000 trafen bei Testfahrten in Assen die ersten potentiellen Titelfavoriten aufeinander. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Teams

Die IDM ist schwer in der Vorbereitungsphase. Seit genau drei Tagen ist es offiziell, dass die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft 2020 ausgetragen wird. Die Corona-Pandemie hat zwar den ursprünglichen Plan ausgehebelt, dich das IDM-Team der Motor Presse Stuttgart hat sich davon nicht unterkriegen lassen und alles in Bewegung gesetzt, dass es nun doch einen kleinen, aber feinen Terminkalender gibt. Da kam der Superbike-Test des Wilbers-BMW-Teams und den Yamaha-Fahrern des Bonovo action by MGM Racing Teams in Assen genau richtig.

Es war schon eine Weile her, dass Florian Alt den anspruchsvollen Grand-Prix-Kurs umrundet hatte. Der 24-jährige BMW S 1000 RR-Treiber aus Gummersbach brauchte einige Runden, um sich auf den 4,555 Kilometern wieder zurecht zu finden. Am Ende des Tages hatte er als Bestzeit eine 1:39,90 auf der Uhr. Teamchef Benny Wilbers war zufrieden, auch wenn die Konkurrenz in Form von Jonas Folger einen Tick schneller war. „Unser Technikchef Burkhard Stember hatte so viele Neuheiten, die ausprobiert werden mussten, im Gepäck, dass die Rundenzeiten nicht ganz so wichtig waren“, lautete sein Fazit.

Nach dem Testauftakt in Oschersleben waren zum gleichen Zeitpunkt wie das Wilbers-BMW-Team auch die Superbiker des Bonovo action by MGM Racing Teams zum TT Circuit nach Assen gereist. Das heißt: Jonas Folger, Marc Moser, Maximilian Weihe. Sonnenschein und starker Wind prägten ihre fünf Sessions auf neuem Asphalt, auf dem auch der IDM-Saisonauftakt vom 14. bis 16. August stattfinden wird.

Ex-MotoGP-Pilot Jonas Folger hatte auf der Yamaha YZF-R1M sichtlich Spaß in den Niederlanden. „Es ist ein Kurs, den ich kenne, daher kam ich auch von Anfang an gut zurecht. Hauptsächlich haben wir an der Elektronik gearbeitet, alles an die Strecke angepasst, verschiedene Reifen probiert, etwas an der Sitzposition gemacht. Zwischendurch haben wir noch ein anderes Tank-Cover ausprobiert.“ Der 26-Jährige aus Oberbayern meint: „Für einen Tag haben wir viel geschafft, sind gute Zeiten gefahren und konnten uns stetig steigern.“

Auch für Marc Moser ging der Test völlig in Ordnung. „Die Strecke war sehr hart für die Reifen. Nach dem ersten Turn war schon der erste Satz fällig. Das hat uns etwas verwundert. Wir sind aber top Zeiten gefahren, obwohl immer viel Verkehr war. Wir haben auch die Elektronik im Vergleich zum ersten Test in Oschersleben noch weiter verbessert. Ich persönlich fahre jetzt frontlastiger als sonst. Das kommt mir ganz gut entgegen, weil die Strecke hier auch viel Grip hat.“

Maximilian Weihe ist nach an anfänglichen Schwierigkeiten guter Dinge. „Ich habe mich zuerst etwas schwergetan, da wir viel mit der Motorbremse gearbeitet haben. Im letzten Jahr bin ich nicht in Assen gefahren, das habe ich zu spüren bekommen. Für die letzten beiden Stints konnten wir die Motorbremse aber so anpassen, dass ich wieder zurechtkam und in einen ordentlichen Flow gekommen bin.“ Der nächste Test der Yamaha-Crew ist wieder in Oschersleben.