Yoga und Jogginghose sind nicht spurlos an Marc Moser vorbeigegangen. Beim Team-Test war er schneller als vor einem Jahr. Text: Anke Wieczorek; Fotos Bonovo Action by MGM Racing / Wiessmann; Dino Eisele

Marc Moser hat sich schon in einigen Meisterschaften auf internationalem Terrain versucht. Der sechste Gesamtrang in der IDM Superbike 1000 im vergangenen Jahr war dabei nicht nach seinem Geschmack. Nach den ersten Testfahrten auf der Yamaha YZF-R1 M denkt der 27-Jährige vom Team Bonovo Action by MGM Racing, dass in der IDM-Topklasse noch deutlich mehr geht in Richtung Spitze. Was momentan läuft bei Marc Moser und welche Rolle dabei auch Yoga spielt, erzählt gegenüber der IDM-Presse im Interview.

Wie hast du die letzten Monate verbracht?

„Das war eine schwierige Zeit. Wir haben uns ein kleines Fitnessstudio zu Hause eingerichtet. Ich habe sogar angefangen etwas Yoga zu machen, um etwas gelenkiger zu werden. Dann habe ich natürlich gearbeitet im Home-Office. Morgens vor der Arbeit habe ich meistens Sport gemacht und dann in der Jogginghose gearbeitet. Das war eigentlich ganz angenehm. Jetzt, wo es die ersten Corona-Lockerungen gibt, konnte ich vor zwei Wochen beim Speer-Training in Hockenheim teilnehmen, nur hatte meine IDM-Yamaha dort noch keinen Rennauspuff dran. Zum Glück hat es jetzt auch schnell mit dem ersten Test im Team in Oschersleben geklappt. “

Wie war dein Gefühl wieder im Sattel zu sitzen?

Sehr gut! Ich habe mich von Anfang an auf dem Motorrad wohlgefühlt. Es ist sehr ähnlich zum Vorjahresmodell, aber die Elektronik ist aber deutlich feiner. Ich glaube, dass sich mit dem Motorrad noch eine bisschen mehr herausholen lässt als mit der Vorjahresmaschine.“

Bist Du fit?

Haha, na klar! Ich habe mir jetzt noch keine Hand gebrochen wie im letzten Jahr beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring. Mit der Verletzung hatte ich echt lange zu kämpfen. In Oschersleben war der Bruch noch relativ frisch, in Zolder war er besonders schmerzhaft, weil wir  die Motorräder wegen der Höhenunterschiede auf der Strecke ganz schön drücken müssen. Aber das ist nun vorbei. Ich war jetzt schon flotter unterwegs als letztes Jahr. Daher denke ich, dass ich die Top 5 erreichen kann. Das ist realistisch.“

Das Team Bonovo Action by MGM Racing ist riesig. Wie fühlst Du Dich als ein Baustein davon?

Das Team finde ich geil. Mein Mikro-Team innerhalb der Gruppe ist geblieben. Um mich sind die gleichen Leute wie im letzten Jahr. Dass Jonas Folger bei uns in der IDM Superbike 1000 fährt, ist super. Wir kennen uns von früher, als wir beide noch in der Minibike-Meisterschaft gefahren sind. An diese Zeit habe ich viele Erinnerungen. Mein Vater hat die erste Lederkombi für mich von Marvin Fritz abgekauft, der damals auch dabei war.“

Wie sehen deine Erwartungen für eine kurze Saison aus? 

„Ich hoffe, dass wir nicht noch im Winter und dann mit Spikes fahren müssen. Es ist schwierig einzuschätzen, was sich in der Klasse abspielen wird. Es sind extrem viele schnelle Leute dazugekommen. Favoriten? Natürlich Jonas Folger, Florian Alt, Bastien Mackels. Es ist verdammt schwer einzuschätzen.“