Tanti auguri di buon compleanno, alles Gute zum Geburtstag, Alex Polita. Das schönste Geschenk gab es vorab: den ersten Teamtest auf der nagelneuen Honda CBR 1000 RR-R. Text: Anke Wieczorek; Fotos: HRP-Team

„Hallo, wir sind zurück in der Normalität“, jubelte der letztjährige IDM Superbike 1000-Fünfte Alessandro Polita am Wochenende und erklärt: „Wir haben einen viertägigen Test mit der neuen Honda gemacht, zuerst in Oschersleben und dann auf dem Lausitzring.“ Das Team Holzhauer Racing Promotion (HRP) warf sich über Pfingsten zwischen Scharen von Hobbyfahrern, die nach der Corona-Kontaktsperre genauso sehnsüchtig aufs erste Rollout in der Motorradsaison gewartet hatten. Was geht derzeit ab bei Alex Polita, Team-Neuzugang Julian Puffe und der Fireblade CBR 1000 RR-R?

Es war der erste Ausflug mit dem neuen Motorrad überhaupt. Teamchef Jens Holzhauer hat in den letzten Wochen Fußrasten, Lenker und diverse Fräsarbeiten aus dem eigenen Haus montiert. Die gelieferte Kit-Elektronik basiert zum Teil auf dem Vorgängermodell. Was fehlt, sind Verkleidungs- und Sturzteile. „Zu 80 Prozent sind die Motorräder aber fertig“, versichert Holzhauer und fügt hinzu: „Wir wollten jetzt erst einmal alles ans Laufen bringen. Das Datarecording ist auch neu.“

Für den Teamchef stellten sich statt der Rundenzeiten ganz andere Fragen. Wie regiert die Fireblade? Was passiert da überhaupt? Welche Reifen passen dazu? Nicht zuletzt will Holzhauer als Honda-Vertragshändler auch viele Fireblade verkaufen.

Am Ende der Tage stand jedenfalls fest: das neue Motorrad ist deutlich besser als der Vorgänger. „Und es ist brutal schnell.“ Julian Puffe war damit an einer Stelle sogar schneller als mit der BMW vor einem Jahr. Trotzdem stapelt der Schleizer lieber tief: „Naja, so richtige Aussagen kann man noch nicht machen, da spielt auch der Wind eine Rolle, aber verdammt schnell ist die Honda wirklich.“

Holzhauer bezeichnet seine Truppe als „Dream Team“. Polita und Puffe respektieren sich gegenseitig. Der 24-jährige Mann vom Schleizer Dreieck und der 36-jährige Italiener, der heute Geburtstag hat, seien wie  Vater und Sohn. „Alex nimmt sich ausgiebig Zeit für Julian. Bis auf eine Zehntelsekunde sind beide gleich schnelle Rundenzeiten gefahren.“

Und Holzhauer sieht in den Beiden extrem viele Parallelen zu ehemaligen HRP-Fahrern. „Alex erinnert mich ganz stark an Karl Muggeridge, der mit viel Krafteinsatz gefahren ist. Julian ist wie Martin Bauer, der viel über die Technik herausgeholt hat.“ Der Australier Karl Muggeridge gewann 2010 den IDM Superbike 1000-Titel, der Österreicher Martin Bauer dominierte die Königsklasse zuvor in den Jahren 2007 und 2008.