Hoch hinaus geht es für Pepijn Bijsterbosch derzeit nur in den Dachstuhl. Der IDM Superbike 1000-Dritte von 2019 restauriert einen alten Bauernhof. Text: Anke Wieczorek; Foto: Bijsterbosch

Pepijn Bijsterbosch würde sich jetzt lieber Gedanken um einen Podiumsplatz machen statt um die Corona-Pause. In der vergangenen IDM-Saison gelang ihm der Sprung aufs Treppchen fünf Mal. Am Jahresende ging er als Gesamt-Dritter in die Geschichte der IDM Superbike 1000 ein, der höchsten deutschen Straßenrennsportklasse. Vor allem gehörte der BMW-Pilot aus den Niederlanden zu den beiden Herren, die als einzige in allen Rennen ins Ziel kamen und dabei auch punkteten. Neben Pepijn Bijsterbosch gelang das nur Alessandro Polita (Honda).

Weil durch das Corona-Virus in den Niederlanden das öffentliche Leben ruht, hat der 30-Jährige vom Team PB Motorsport Hausarrest – allerdings hat er ihn sich selbst ausgesucht. Bijsterbosch hat sich nämlich einen kleinen alten Bauernhof zugelegt und saniert ihn derzeit. Er hat auf seiner Baustelle alle Hände voll zu tun. Eigenleistung heißt das Zauberwort. Trotzdem hofft er, dass sich die Zeiten schnell ändern. „Ich bin schon so lange nicht mehr mit meiner BMW gefahren. Unsere Fitnessclubs haben auch geschlossen, nichts geht mehr. Das Einzige, was ich machen kann, ist gesund zu leben und nach den Regeln, die uns die Regierung vorgibt.“

Bijsterbosch wohnt in Heerde, einer Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland mit knapp 20.000 Einwohnern. Bijsterbosch erzählt: „In der Stadt sind viele alte Menschen krank oder an Corona gestorben. Auch einige Leute, die ich kenne, waren krank. Ich bin froh, dass es nicht lebensbedrohlich war.“