Einer wie Keiner. Dank Erwan NIgon ist Kawasaki in der IDM-Königsklasse eine Macht. Der Franzose fährt auch 2020 für die Grünen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Der Franzose Erwan Nigon fährt auch 2020 im Team Kawasaki Weber-Motos Racing. „Wir müssen alle Kräfte bündeln, um in der Meisterschaft wieder gut dazustehen“, weiß der aktuelle Langstrecken-Weltmeister. Mit seiner Teilnahme wird Deutschlands höchste Klasse im Motorradstraßenrennsport um ein weiteres Zugpferd reicher.

Erwan Nigon bescherte Kawasaki 2019 in Oschersleben nach einer gefühlten Ewigkeit den lange ersehnten Sieg und gleichzeitig die Spitze in der Tabelle. „Wir haben schon im September beim Finale in Hockenheim über die Saison 2020 geredet“, erzählt Teamchef Emil Weber, „aber letztlich ist der Deal erst im Januar über die Bühne gegangen, als die Zusage von Kawasaki als Partner kam.“ Bis zur Vertragsunterzeichnung gingen noch weitere Wochen ins Land. Nigon gönnte sich erst einen Urlaub und kam Verpflichtungen mit dem Langstrecken-WM-Team nach. Am vergangenen Wochenende war dann schließlich auch der Vertrag mit Weber-Motos Racing unterschrieben. Nigon war dafür ins Geschäft von Weber nach Zürich gereist.

Ihn erwartet 2020 das gleiche Motorrad wie im vergangenen Jahr. Laut Weber sind an der ZX-10 R ein paar Updates fällig und Erwan wünsche sich ein paar kleine Spezifikationen. Insgesamt sei man weiter als im letzten Jahr, als sich die Verhandlungen hinzogen. „Ich bin stolz, dass er uns wieder vertraut“, lässt Weber wissen. „Wir kennen uns und das Motorrad steht. Ansonsten ist das manchmal eine zähe Geschichte.“ Weber schätzt den letztjährigen Gesamt-Vierten sehr stark ein, „vor allem über die komplette Renndistanz. Wenn das Wetter schlecht ist oder die Verhältnisse auf der Strecke schwierig sind, dann ist er brutal stark.“ Im März wird getestet.

Bei den Rennen im Rahmen des Truck-Grand Prix auf dem Nürburgring im Juli wird Nigon fehlen. Gleichzeitig findet in Suzuka die FIM Endurance-WM statt und der Titelverteidiger wird dort antreten. „Das Zugeständnis mussten wir ihm gegenüber machen“, meint Weber, will aber noch nicht daran denken. „Wer weiß, was zu diesem Zeitpunkt in der IDM alles los ist. Letztes Jahr hat mit uns auch keiner gerechnet und dann hat Erwan in Oschersleben gewonnen.“ Weber empfindet das Jahr 2020 als extrem spannend. „Das Fahrerfeld ist absolut hochkarätig. Wir wollen unter die ersten Fünf kommen, so weit vorn wie möglich.“