Es ist eng, aber Marvin Fritz hat Ilya Mikhalchik im Kampf um die Pole Position um abgehängt. Text: Anke Wieczorek; Foto: Dino Eisele

Gastfahrer Marvin Fritz (Bayer Bikerbox) hat seine Yamaha in der IDM Superbike 1000 auf die Pole Position gebracht. Die erste Startreihe beim Finale in Deutschlands höchster Straßenrennsportklasse komplettieren Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) und Marc Moser (MGM Racing Performance, Yamaha). Die zweite Reihe belegen Bastien Mackels (Wilbers-BMW-Racing), Dominic Schmitter (Hess Racing) und Jan Bühn (EGS Moto Racing, BMW). In Reihe drei stehen Pepijn Bijsterbosch (Team Dutch Comfort Houses, BMW), Jan Mohr (BCC Racing) und Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos-Racing-Team).

Marvin Fritz, der Meister von 2016 war von seinem Wahnsinns-Comeback selbst überrascht. „Einen Platz in der ersten Startreihe hatte ich mir schon vorgestellt, aber die Pole Position nicht“, meint der Neckarzimmerer. „Mikhalchik und Puffe sind stark, ich habe sie vor einer Woche beim Bol d`Or erlebt. Und in Spa war Mackels gut dabei. Mosers Zeiten waren für mich auch keine Überraschung. Das Feld ist erste Sahne.“ Fritz rückte im badischen Motodrom erstmals mit dem kompletten Rennmotorrad aus, dass ihm Meistermacher Sepp Buchner für die IDM vorbereitet hat. Im zweiten Training ließ er sich zwei neue Hinterreifen montieren. „Nach über zwei Jahren fahre ich zum ersten Mal auf Pirelli.“ In der FIM Endurance-WM, wo Fritz normalerweise anzutreffen ist, stecken Bridgestone-Reifen auf der Yamaha. Noch etwas ist Fritz nicht mehr gewöhnt: „Die Langstrecken-Rennen fangen mit einem Le-Mans-Start an, bei dem die Fahrer zum Motorrad laufen. Für das Sprintrennen muss ich mich komplett umstellen und einen sauberen Start aus dem Stand produzieren.“

Ilya Mikhalchik muss als erfolgreicher Titelverteidiger in Hockenheim nichts mehr beweisen. Er hat das Soll-Ziel schon in Assen erreicht. Der 23-jährige Ukrainer wäre aber nicht er selbst, wenn er das IDM-Finale nicht mit einem Sieg beenden wollte. Weit und breit ist in Hockenheim aber keine Spur von seinem Teamkollegen Julian Puffe zu sehen. Der 23-jährige Schleizer schaffte als Letzter den Sprung in die Top Ten. Die sonstige Lockerheit scheint bei ihm derzeit auf Tauchstation gegangen zu sein. Es läuft nicht wie gewünscht. Im schlimmsten Fall kostet ihn das den fast schon sicher geglaubten Saison-Abschluss als Vizemeister.

Als echter Krieger ist Alessandro Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda) unterwegs. Er gehört noch zur alten Sorte, die sich nicht niederkriegen lässt. Mit einem lädierten Finger und gebrochenen Knochen im Fuß wird er morgen trotzdem von der 15. Position starten.