Die Bedingungen waren nicht die besten. Pekka Päivärinta kam im ersten Qualifying am besten damit zurecht. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Die Gäste aus Finnland ließen es sich nicht nehmen: Bestzeit für Pekka Päivärinta/Jussi Veräväinen (FIN/LCR Yamaha) waren die Schnellsten im ersten Qualifying der IDM Sidecar bis 600 ccm. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,002 Sekunden sicherten sich die Nordländer beim IDM-Finale auf dem Hockenheimring die provisorische Pole Position vor Tim Reeves/Mark Wilkes (GB/Adolf RS Yamaha) und Bennie Streuer/Kevin Rousseau (NL/FL/LCR Kawasaki).

Der Spaß des siebenfachen Weltmeisters Tim Reeves hatte sich auf der nassen Strecke in Grenzen gehalten. „Vor zwölf Jahren war ich das letzte Mal hier. Der Kurs ist wegen der verschiedenen Asphaltarten nicht ganz einfach. Wir müssen noch eine Menge umbauen.“
Bennie Streuer war am letzten Wochenende noch bei der BSB in Assen am Start. „Und hier geht es schon wieder wie in der WM zu. Reeves, Päivärinta, Schlosser, Remse, Sattler – alle sind da.“

Die insgesamt sechstschnellste Zeit legte das erste Team aus der 1000 ccm-Wertung vor. Andres Nussbaum/Manuel Hirschi (CH/LCR Suzuki), die sich noch Chancen auf den Titel in ihrer Klasse ausrechnen dürfen. Die Eidgenossen haben nur neun Punkte Rückstand auf die Führenden Mike Roscher/Anna Burkard (D/CH/LCR BMW).

Das Qualifying wurde kurz vor dem Ende vorzeitig abgebrochen. Der Grund: Josef Sattler/Uwe Neubert (D/Adolf RS Kawasaki) aus dem deutschen 600er-Gespann, hatten sich gedreht. Sattlers Miene sagte alles. Schaltung und Hinterreifen funktionierten nicht. „Er hat keinen Grip aufgebaut.“ Der Bayer hatte zunächst Slicks drauf, dann aber auf Regenreifen gewechselt. Dass Sattler jetzt einen dicken Hals hat, ist leicht vorstellbar. Er wurde Siebter des Zeittrainings. Sein großer Rivale im Kampf um den Vize-Platz hinter dem bereits feststehenden Meister Reeves ist Markus Schlosser. Der Schweizer steht mit seinem Beifahrer Marcel Fries nach dem momentanen Stand auf dem vierten Startplatz. In der IDM-Gesamtwertung trennen Sattler 16 Punkte von Schlosser. Er hofft, den Spieß noch umdrehen zu können. Für den morgigen Samstag ist besseres Wetter vorausgesagt. Dann werden die Karten vielleicht völlig neu gemischt.

Für die netteste Geste des Tages sorgte eindeutig Mark Wilkes. Der Meister-Brite ist sich für nichts zu schade. Er machte sich auf den Weg und schob das angeschlagene Gespann von Sattler durch die halbe Boxengasse.