Ilya Mikhalchik hat die Reihenfolge als Titelverteidiger wieder gerade gerückt und seinem BMW-Teamkollegen Julian Puffe die Pole Position doch noch entrissen. Text: Anke Wieczorek, Fotos: Dino Eisele, Anke Wieczorek

Eines steht nach dem zweiten Qualifying der IDM Superbike 1000 beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring fest: Auch wenn sich Titelverteidiger Ilya Mikhalchik die Pole Position geschnappt hat, wird er in den Rennen am morgigen Sonntag kein leichtes Spiel haben. Dem Ukrainer auf der nagelneuen BMW S 1000 RR sitzt die Konkurrenz schwer im Nacken. Das gilt vor allem für den eigenen alpha Racing-Van Zon-BMW-Teamkollegen Julian Puffe. Der 23-jährige Schleizer hatte das erste Training für sich entschieden und war 0,565 Sekunden schneller als der Boxenpartner gewesen.

Auch im zweiten Qualifying sah es lange so aus, als ob Puffe die Oberhand behält. Doch sechs Minuten vor dem Abwinken schlug Mikhalchik zu und drehte den Spieß um. Mikhalchik platzierte sich mit elf Hundertsteln Sekunden Vorsprung für die Pole Position des ersten Superbike-Laufes. Mikhalchik, der sich nur freuen kann, wenn er sich pudelwohl in seiner Rolle fühlt, hatte nach dem zweiten Qualifying sogar den Ansatz eines Lächelns für die Zuschauer übrig.

Aber Puffe kann auch mit dem zweiten Startplatz zufrieden sein. Denn es ist ihm endlich geglückt, „eine einzige Runde hinzuknallen, die mich in der Startaufstellung nach vorne bringt.“

Der Dritte Erwan Nigon, von dem niemand wissen konnte, wie schnell er nach seinen IDM-Triumph vor sieben Jahren noch ist, präsentierte sich für Kawasaki glücklicherweise immer noch in Bestform. Er ist nicht nur in der Langstrecken-WM ein Spitzenkandidat, sondern entpuppte sich auch im Sprint in der Lausitz als konkurrenzfähiger Kandidat für die Titeljagd. Zudem äußerte sich der Franzose beim IDM-Comeback sehr optimistisch. „Podium? Ja, das ist nicht unmöglich. Ich gehe davon aus, dass wir das schaffen.“ Die Kawasaki-Crew von Weber Motos baute das Fahrwerk der ZX-10R nach seinen Wünschen um. Nigon ist einer derjenigen Fahrer, die analysieren und exakte Aussagen treffen können.

Marc Moser (Yamaha) eröffnet als Vierter die zweite Startreihe, gefolgt von Maximilian Weihe. Der Rookie knallte in einem Zug von der zehnten auf die fünfte Position nach vorn. Komplettiert wird die zweite Startreihe durch Toni Finsterbusch (Suzuki). Alessandro Polita (Honda) auf dem achten Platz sorgte dafür, dass alle in der IDM Superbike 1000 vertretenen fünf Motorradmarken sich mit mindestens einem Superbike unter den Top Ten in der Startaufstellung platzierten.

Nicht am Start ist Jan Bühn: Bei Testfahrten vor zwei Wochen in Oschersleben zog er sich bei einem Sturz einen Trümmerbruch in der rechten Mittelhand zu und trägt jetzt einen Gips. An der linken Hand wurde ein Haarriss am Kapselgelenk festgestellt. Wenn alles gut verheilt, wird Bühn am 8. Juni in Oschersleben ins IDM Superbike-Feld zurückkehren. Ihn hielt aber nichts davon ab, trotzdem in die Lausitz zu kommen, wenn auch nicht als BMW-Fahrer, sondern als Berater seines EGS-Racing-Teamkollegen Kim Eby, der neu in der Klasse ist.